Die Stadtverwaltung von Sevilla hat beschlossen, die Busspur der Straßen Parlamento und Resolana für den allgemeinen Verkehr freizugeben. Die Maßnahme zielt darauf ab, das durch die Bauarbeiten der U-Bahn verursachte Verkehrschaos zu verringern. Autofahrer können diese Spur, die zuvor ausschließlich für Busse reserviert war, nun nutzen, in der Hoffnung auf eine verbesserte Verkehrsfluss in einem Gebiet, das unter ständigen Sperrungen und Umleitungen leidet.
Die Busspur als technischer Flicken für ein Infrastrukturproblem 🚧
Aus mobilitätspolitischer Sicht ist die Entscheidung eine temporäre Anpassung an ein überlastetes Straßennetz. Die Busspur, die eigentlich den öffentlichen Nahverkehr priorisieren soll, wird dem Individualverkehr zugewiesen, um den durch die Baustellen umgeleiteten Verkehr aufzufangen. Diese Lösung geht jedoch nicht auf das Kapazitätsdefizit der Straße oder den Mangel an effizienten Alternativen ein, sondern beschränkt sich darauf, das gleiche Fahrzeugvolumen auf einem nicht wachsenden Raum umzuverteilen.
Die Busspur kapituliert: Jetzt leiden alle gemeinsam im selben Stau 🚗
Die Maßnahme ist fast poetisch: den Bussen die Spur wegnehmen, damit die Autos drei Meter weit fahren können, bevor sie an der nächsten Ampel halten. Die Autofahrer werden fünf Minuten lang feiern, diese leere Spur nutzen zu können – genau bis sie sich füllt und in einen weiteren rollenden Parkplatz verwandelt. Die Fußgänger werden sich unterdessen weiter fragen, warum niemand über mehr Züge spricht, während alle gebannt auf den Asphalt starren.