Fünf japanische Gemeinden, die Atomkraftwerke oder Lagerstätten beherbergen, haben eine Steuer auf abgebrannte Kernbrennstoffe eingeführt. Für das Steuerjahr 2025 werden die Steuereinnahmen auf 2,4 Milliarden Yen geschätzt, eine 2,5-mal höhere Summe als vor 15 Jahren, nach dem Unfall von Fukushima Daiichi im Jahr 2011. Dieser Anstieg spiegelt die Anhäufung radioaktiver Abfälle aufgrund der Verzögerungen bei der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho wider, die seit über drei Jahrzehnten im Bau ist.
Verzögerte Wiederaufbereitung: 30 Jahre Versprechungen und unbehandelter Brennstoff ⚛️
Die Wiederaufbereitungsanlage in Rokkasho, Präfektur Aomori, ist nach über 30 Jahren Bauarbeiten immer noch nicht fertiggestellt. Diese Verzögerung zwingt die Atomkraftwerke, den abgebrannten Brennstoff in ihren eigenen Anlagen zu lagern, der sich ohne klares Endlager ansammelt. Die Gemeindesteuer soll die Lager- und Sicherheitskosten in diesen Gebieten ausgleichen. Die Technologie zur Wiederaufbereitung von Uran und Plutonium ist noch nicht im kommerziellen Maßstab in Betrieb, was die Abhängigkeit von Zwischenlagern verlängert und den gastgebenden Gemeinden steigende Steuereinnahmen beschert.
Die Steuer steigt, während der Brennstoff auf sein endgültiges Schicksal wartet 💰
Die Gemeinden haben herausgefunden: Wenn der Brennstoff sich nicht bewegt, soll er wenigstens Steuern zahlen. Wie ein Mieter, der nie auszieht, aber eine gute Miete hinterlässt, generiert abgebranntes Uran Steuereinnahmen, die seit 2011 um das 2,5-fache gestiegen sind. Während die Ingenieure in Rokkasho ihre Werkzeuge justieren, genießen die Atomdörfer eine Einnahmequelle, die mit jedem Abfallfass wächst. Vielleicht ist die Lehre daraus, dass sich in der Kernenergie nichts schneller vermehrt als die Abfälle – außer den Steuern.