Miyamoto: das perfekte Spiel erschaffen, nicht die Welt verändern

10. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Shigeru Miyamoto, der 73-jährige Kreative von Nintendo, hat in einem Interview mit dem Superplay Magazine erneut seine Haltung klargestellt. Sein Ziel war es nie, tiefgründige Botschaften zu vermitteln oder die Gesellschaft zu verändern, sondern das perfekte Videospiel zu entwerfen und zu unterhalten. Diese Vision steht im Gegensatz zu der anderer Entwickler wie Hideo Kojima, der für seine Antikriegs-Handlungen in Metal Gear Solid bekannt ist. Für Miyamoto ist der Spaß das oberste Ziel.

Shigeru Miyamoto, lächelnd, hält einen Retro-Controller von Nintendo, umgeben von Skizzen klassischer Spiele.

Die technische Suche nach purer Spielbarkeit 🎮

Bei der Entwicklung priorisiert Miyamoto die Interaktion und die Mechanik über die Erzählung. Seine Methode besteht darin, Ideen für Steuerung und Bewegung zu prototypisieren und zu testen, wie der Spieler reagiert, bevor eine Geschichte darum herum aufgebaut wird. Dies erklärt die Solidität von Titeln wie Super Mario oder Zelda, bei denen die Physik des Sprungs oder das Lösen von Rätseln den Kern bilden. Für ihn muss ein Spiel intuitiv funktionieren, ohne umfangreiche Zwischensequenzen, die seinen Zweck erklären. Die Technologie steht im Dienste der unmittelbaren Erfahrung.

Kojima schreibt Romane; Miyamoto, Bedienungsanleitungen 🧩

Während Kojima Stunden damit verbringt, nukleare Verschwörungen und Gene zu erklären, fragt sich Miyamoto, wie man einen Klempner auf eine Schildkröte springen lässt, ohne dass es wie eine Aufgabe der Quantenphysik wirkt. Die Ironie ist, dass beide verehrt werden, aber der einen bringt einen zum Nachdenken über den Krieg und der andere darüber, warum ein Pilz einen wachsen lässt. Am Ende scheint der von Nintendo recht zu haben: Vielleicht braucht die Welt nicht mehr Botschaften, sondern mehr unbeschwerten Spaß.