Marie Charrel warnt in Le Monde: Die generative Künstliche Intelligenz organisiert nicht mehr nur Daten, sondern ahmt unsere Fähigkeit zu denken, zu erschaffen und zu entscheiden nach. Zum ersten Mal hat die Menschheit ein Wesen erschaffen, das ihr Wesen repliziert. Das greifbare Ergebnis ist eine Intensivierung von Aufgaben, eine kognitive Kapitulation und ein realer Arbeitsplatzverlust in kreativen und entscheidungsorientierten Bereichen.
Kognitive Automatisierung und algorithmischer Druck in der Entwicklung 🤖
Die generative KI arbeitet mit Sprachmodellen, die nicht nur Informationen verarbeiten, sondern originelle Inhalte generieren und Entscheidungen auf der Grundlage statistischer Muster treffen. Dies ermöglicht die Automatisierung von Prozessen, die zuvor menschliches Urteilsvermögen erforderten: das Verfassen von Berichten, das Design von Schnittstellen oder die Marktanalyse. Der Arbeitnehmer konkurriert nicht mehr mit einer Maschine, die Aufgaben wiederholt, sondern mit einer, die sein Urteilsvermögen nachahmt. Der Druck steigt, weil die Maschine nicht müde wird, kein Gehalt aushandelt und keinen Urlaub nimmt.
Die Maschine, die deinen Lebenslauf schreibt und deinen Job besetzt 😅
Das Kuriosum ist, dass die KI jetzt dein Anschreiben verfassen, dein Portfolio gestalten und sogar dein Vorstellungsgespräch simulieren kann. Das Problem ist, dass, während du den Prompt perfektionierst, damit er menschlicher klingt, dieselbe Technologie bereits deinen Job besetzt. Der Chef, hocherfreut: Er stellt einen Algorithmus ein, der sich nicht über den Kaffee beschwert und keine Gehaltserhöhung verlangt. Am Ende imitiert dich die Maschine so gut, dass sie dich ersetzt. Ironie der Evolution.