Julia und Romeo: Das Ballett, das den Mythos im Teatro Real auf den Kopf stellt

09. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Das Königlich Schwedische Ballett ist mit einem Vorschlag in Madrid gelandet, der die Tradition herausfordert. Sein Werk Julia und Romeo, das vom 7. bis 10. Mai aufgeführt wird, kehrt die klassische Reihenfolge der Namen um, um die weibliche Protagonistin in eine aktive Rolle zu versetzen. Diese von Mats Ek zum 240-jährigen Jubiläum der Kompanie im Jahr 2013 geschaffene Choreografie bricht mit den Stereotypen des Shakespeare-Klassikers und bietet einen zeitgenössischen Blick auf den Konflikt der Liebenden von Verona.

BESCHREIBUNG: Zwei Tänzer in einer angespannten Umarmung, sie mit rotem Rock und festem Blick, er mit nacktem Oberkörper, vor dunklem Theaterhintergrund.

Wie Mats Ek den Körper und den Bühnenraum neu programmiert 🩰

Der Vorschlag von Mats Ek beschränkt sich nicht auf eine einfache Titeländerung. Der Choreograf wendet eine Dekonstruktion der klassischen Ballettsprache an, indem er perfekte Arabesken durch verdrehte Bewegungen und kontrollierte Stürze ersetzt. Das minimalistische Bühnenbild und der Einsatz von Licht als narratives Element verstärken die Psychologie der Figuren. Ek verlagert die dramatische Spannung in die körperliche Dynamik, wo jede Geste eine Geschichte von Macht und Unterwerfung erzählt. Das Ergebnis ist eine visuelle Partitur, die vom Tänzer eine strenge technische Kontrolle verlangt, um das auszuführen, was wie eine spontane Choreografie wirkt.

Romeo, der neue Luxus-Nebendarsteller in Verona 😅

Wenn Shakespeare den Kopf heben würde, würde er eine Erhöhung der Urheberrechte verlangen, weil sein Held zum Statisten degradiert wird. In dieser Version wechselt Romeo vom Erklimmen von Balkonen zum Krabbeln auf dem Boden, während Julia die Zügel in der Hand hält. Das Madrider Publikum, das es gewohnt ist, Swarovski-Prinzen zu sehen, trifft auf einen Galan, der das Handbuch des guten Liebhabers vergessen zu haben scheint. Am Ende verlässt man das Theater und fragt sich, ob das wahre Drama nicht die unmögliche Liebe ist, sondern die Tatsache, dass man die Hauptrolle mit seinem Partner teilen muss.