Als CGI im Anime noch als visuelle Häresie galt, kam Hiroyuki Seshita, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen. Dieser Regisseur ist das Gesicht von Polygon Pictures und ein Pionier, der beweist, dass 3D eine Seele und einen eigenen Stil haben kann. Sein Einsatz für eine cyber-tradionelle Ästhetik, die digitale Präzision mit Texturen vermischt, die an Handzeichnungen erinnern, hat die düstere Science-Fiction in der japanischen Animation neu definiert.
Das technische Rezept, damit 3D nicht wie Weltraumknete aussieht 🛠️
Seshita beschränkt sich nicht darauf, etwas am Computer zu modellieren und auf Render zu drücken. Sein Team bei Polygon Pictures wendet eine Schicht handwerklicher Texturierung an, die das Tuschen und die zitternden Linien des 2D imitiert, sodass die Mecha aus Knights of Sidonia oder die Umgebungen aus Blame! vor Rohheit nur so strotzen. Die Beleuchtung spielt eine Schlüsselrolle: Sie verwenden gerichtete Lichtquellen und harte Schatten, um den plastikartigen Glanz zu vermeiden. Außerdem wird die Animation in bestimmten Szenen mit 12 Bildern pro Sekunde abgespielt, um den Rhythmus traditioneller Animes nachzuahmen.
Wenn dein Lieblingscharakter aus Wachs zu sein scheint und du ihn trotzdem liebst 🤖
Klar, nicht alles ist perfekt. Manchmal sehen die Charaktere aus wie Schaufensterpuppen aus einem Weltraumkaufhaus, und die Gesichtsbewegungen erinnern an einen Roboter mit Arthrose. Aber Seshita hat ein Ass im Ärmel: Geschichten, die so dicht sind, dass du vergisst, dass du Plastikfiguren siehst. In Ajin sind die Halbmenschen fast unbesiegbar, aber ihre Gesichtsausdrücke wirken, als kämen sie aus einem Blender-Tutorial. Trotzdem bleibt der Zuschauer wie gebannt auf dem Sofa sitzen und fragt sich, ob CGI eine Seele hat oder ob er uns diese nur gut verkauft hat.