1998 veröffentlichte Nintendo ein seltsames Experiment: ein Spiel, bei dem du mit Pikachu über ein Mikrofon sprichst. Die Geschichte von Hey You, Pikachu! beginnt in einer Werkstatt in Akihabara, wo das Team von Ambrella Funkamateur-Komponenten zusammensetzte, um einen Prototypen für Sprachsteuerung zu entwickeln. Der Erfolg von Pokémon Gelb und der Hype um den Anime taten ihr Übriges und machten die elektrische Maus zum Versuchskaninchen dieser Technologie.
Das VRU-Peripheriegerät und seine technischen Grenzen 🎙️
Die VRU (Voice Recognition Unit) wurde an den Controller-Port des Nintendo 64 angeschlossen. Ihr Mikrofon erfasste Befehle, die auf einen Wortschatz von etwa 200 Wörtern auf Englisch und Japanisch beschränkt waren. Das System arbeitete mit einer einfachen Rauschunterdrückung, aber jedes Umgebungsgeräusch (ein Schrei, ein bellender Hund) konnte Pikachu aus dem Konzept bringen. Das Spiel verarbeitete die Stimme in Echtzeit, aber die Fehlerquote war hoch. Wenn du nicht deutlich sprachst, starrte das gelbe Vieh dich nur an, als hättest du seine Mutter beleidigt.
Pikachu: Der Therapeut, den du nicht wolltest 😅
Das Lustigste am Spiel war zu sehen, wie Pikachu auf deine Frustrationsschreie reagierte. Wenn du ihm sagtest, er solle etwas tun, und es schlug fehl, wurde das Vieh traurig. Wenn du leise sprachst, schlief es ein. Im Grunde war es wie eine Katze mit elektrischen Kräften: Es hörte auf keinen Scheiß, aber es schmolz dir mit seinen Äuglein das Herz. Immerhin kratzte es nicht das Sofa. Die VRU landete jedenfalls in der Kiste der Erinnerungen, zusammen mit dem Virtual Boy und dem Power Glove.