Cookpad, die bekannte japanische Rezeptplattform, hat eine Funktion aktiviert, die das Leben von Hobbyköchen erleichtern soll. Das Tool ermöglicht es, automatisch Zutaten und Schritte aus Videos oder Social-Media-Beiträgen zu extrahieren und eine strukturierte Karte zu erstellen. Allerdings hat die Funktion, die auf die private Nutzung des Users beschränkt ist, Kritik von Köchen und Content-Erstellern ausgelöst, die anprangern, dass ihre Arbeit ohne Erlaubnis und Vergütung genutzt wird.
So funktioniert der automatische Rezeptextraktor 🍳
Das Tool von Cookpad verwendet Algorithmen zur Texterkennung und Bildanalyse, um Videos und Beiträge zu analysieren und Zutaten, Mengen und Zubereitungsschritte zu identifizieren. Anschließend strukturiert es die Informationen in einer Standardkarte innerhalb der App. Obwohl das System die extrahierten Inhalte nicht veröffentlicht oder teilt, beinhaltet der Prozess das Kopieren von Daten aus fremden Quellen. Das Unternehmen verteidigt dies als Funktion zur Organisation persönlicher Erinnerungen, doch die Ersteller weisen darauf hin, dass die Grenze zwischen privater Nutzung und Ausbeutung nicht klar ist.
Michelin, deine Sterne sind nichts gegen einen Algorithmus ⚔️
Es stellt sich heraus, dass nicht einmal ein Michelin-Stern dein Rezept vor einem Bot schützt. Jetzt kann jeder Koch mit einem viralen Video sein Signature-Gericht von einer Maschine in Schritte zerlegen sehen. Das Kurioseste ist, dass sich die Köche über eine kostenlose Ausbeutung beschweren, ausgerechnet sie, die davon gelebt haben, Bücher mit Rezepten zu verkaufen, die in vielen Fällen von ihren Großmüttern stammten. Die digitale Ethik ist komplex, aber zumindest wird niemand Urheberrechte an der Art und Weise beanspruchen können, wie man eine Zwiebel schneidet.