Abschied von Manuel Alcorlo, dem Maler, der seiner tektonischen Linie treu blieb

17. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Der Maler und Grafiker Manuel Alcorlo ist im Alter von 91 Jahren in Madrid gestorben. Sein Werk blieb unabhängig von Moden und Schulen und zeichnete sich durch eine tektonische und dynamische Zeichnung aus, bei der Linie und Struktur wesentlich waren. Neben bildender Künstler war er auch Musiker, eine Dualität, die seine kreative Sensibilität nährte.

Ein Porträt von Manuel Alcorlo mit Pinsel und Partitur, vor einem Hintergrund aus sich bewegenden tektonischen Linien.

Der Strich als Architektur: Die Technik eines Unabhängigen 🎨

Alcorlo basierte sein Werk auf einer festen und strukturierten Zeichnung, bei der die Linie nicht nur Formen definierte, sondern Spannung und Bewegung erzeugte. Er lehnte Etiketten wie den Informel oder die Pop-Art ab und bevorzugte eine eigene Sprache. Seine Meisterschaft im Kupferstich ermöglichte es ihm, Texturen und Kontraste präzise zu erkunden, während seine musikalische Ausbildung den visuellen Rhythmus seiner Kompositionen beeinflusste.

Er malte wie einer, der ein Instrument stimmt (und die Moden verstimmt) 🎵

Alcorlo malte nicht nur, sondern spielte auch Musik. Wie ein Jazzmusiker, der methodisch improvisiert, verband er Struktur und Freiheit auf der Leinwand. Allerdings ließ er sich nie von den Trends des Augenblicks verführen. Während andere der letzten Neuerung hinterherliefen, zeichnete er weiterhin gerade Linien. Am Ende gab ihm die Konsequenz recht.