Der Druck der Aktionäre auf Kadokawa, eine Fortsetzung von Elden Ring zu erzwingen und dabei die Haltung von Hidetaka Miyazaki zu ignorieren, offenbart einen immer wiederkehrenden Konflikt: Das Streben nach Unternehmensgewinn tritt die Kreativität mit Füßen. Es ist heuchlerisch, dass dieselben Unternehmen, die mit Innovation prahlen, verlangen, jeden Erfolg bis zur Neige auszuquetschen. Die Lösung liegt darin, die Autonomie der kreativen Teams durch Verträge zu schützen, die ihre künstlerische Vision bewahren, und dabei nachhaltige Qualität über unmittelbare kommerzielle Ausbeutung zu stellen.
Die Grafik-Engine als Schlachtfeld zwischen Kunst und Geschäft 🎮
Aus technischer Sicht birgt das Erzwingen einer Fortsetzung ohne den ursprünglichen Regisseur ernsthafte Risiken. Elden Ring zeichnet sich durch sein vernetztes Weltdesign und Kampfsysteme aus, die Miyazaki über Jahre verfeinert hat. Ein Team ohne seine Führung könnte ein generisches Erlebnis schaffen, das zwar dieselbe FromSoftware-Engine nutzt, aber die künstlerische Leitung vermissen lässt, die den Titel einzigartig gemacht hat. Die Aktionäre ignorieren, dass technische Qualität ohne eine kohärente kreative Vision nicht bestehen kann; eine überstürzte Entwicklung führt nur zu endlosen Patches und Enttäuschung bei den Nutzern.
Schnellschuss-Fortsetzungen: Die neue Risikosportart für Investoren 💸
Jetzt sind die Aktionäre von Kadokawa also plötzlich Experten in der Spieleentwicklung. Sicherlich beinhaltet ihr Masterplan, Elden Ring 2 innerhalb eines Jahres zu veröffentlichen, mit Mikrotransaktionen und einem Battle Pass für Bosse. Denn nichts sagt Respekt vor der Kunst so sehr, wie Malenia in einen Saisonpass zu verwandeln. Miyazaki versteckt unterdessen wahrscheinlich seinen Entwurf für Bloodborne 2 unter Verschluss, damit nicht dieselben Geier ihn entdecken und eine jährliche Fortsetzung fordern.