
Wissenschaftler testen Laborflechte zur Kolonisierung des Mars
Ein Team von Forschern züchtet Flechte im Labor mit einem klaren Ziel: zu testen, ob dieser Organismus auf dem roten Planeten überleben kann. Dieses Lebewesen, eine Symbiosis aus einem Pilz und einer Alge, ist bekannt dafür, die unwirtlichsten Orte der Erde zu besiedeln. Der Zweck ist es, seine Fähigkeit zur Sauerstoffproduktion, zur Nährstoffverarbeitung und zur Fixierung des marsianischen Regoliths zu bewerten, wesentliche Schritte, damit der Mensch sich dort ansiedeln kann. 🌱
Das Experiment repliziert die harten Bedingungen des Mars
Die Wissenschaftler unterziehen die Flechtenproben einer Umgebung, die die Oberfläche des Mars genau nachahmt. Dazu gehören eine Atmosphäre reich an Kohlendioxid, extrem niedrige Temperaturen, hohe Level an ultraviolenter Strahlung und ein minimaler Atmosphärendruck. Sie beobachten genau, wie sich der Organismus verhält und ob er seine grundlegenden metabolischen Funktionen aufrechterhalten kann.
Schlüsselbedingungen der Simulation:- Atmosphäre hauptsächlich aus CO₂ bestehend, ähnlich der marsianischen.
- Temperaturen, die weit unter den Gefrierpunkt sinken.
- Exposition gegenüber intensiver UV-Strahlung, ohne den Schutz einer starken Magnetosphäre.
- Umgebungsdruck auf einen Bruchteil des irdischen reduziert.
Die anfänglichen Daten zeigen, dass bestimmte Flechtenarten eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit aufweisen und somit ihr Potenzial als autochthone biologische Ressource für zukünftige Missionen andeuten.
Praktische Anwendungen in der Raumforschung
Wenn die Tests fortschreiten, könnte die Flechte in die Lebenserhaltungssysteme der Marsbasen integriert werden. Ihre Rolle wäre doppelt: die Produktion von atembarem Sauerstoff und die Hilfe bei der Umwandlung des sterilen Marsstaubs in ein substratähnliches Bodenäquivalent. Dieser biogene Ansatz zielt darauf ab, die enorme Logistik und Kosten für den Transport aller Materialien von unserem Planeten zu minimieren.
Mögliche Einsätze in Missionen:- Integration der Flechte in Bioreaktoren zur kontinuierlichen Sauerstoffproduktion.
- Nutzung als „biologischer Pionier“, um den Regolith aufzubereiten und für andere Kulturen geeignet zu machen.
- Entwicklung kontrollierter Gewächshäuser, in denen die Flechte den Boden für komplexere Ökosysteme vorbereitet.
Ein kleines Organismus für einen großen Sprung
Während einige Projekte marsianische Gärten imaginieren, konzentriert sich diese Arbeit auf das interplanetare Äquivalent des Mooses, das auf einem Felsen wächst. Die Idee ist, dass diese bescheidene Flechte als erste Schicht eines neuen Ökosystems wirken kann, den Weg ebnet und den Traum von der Besiedlung einer anderen Welt nachhaltiger macht. Die Ergebnisse gehen weiter, aber jedes Datum bringt diese Möglichkeit ein wenig näher. 🚀