
Sie rekonstruieren einen Zünder aus seinen Mikrofragmenten
Wenn ein Sprengkörper detoniert, reduziert sich die physische Beweismaterial oft auf Mikrofragmente aus Metall und Kunststoff. Um sie ohne Beschädigung zu analysieren, greifen die Sachverständigen auf drei-dimensionale Digitalisierung zurück. Dieser Prozess markiert den Beginn einer komplexen technologischen forensischen Untersuchung. 🔍
Die mikroskopischen Überreste digitalisieren
Der erste entscheidende Schritt besteht darin, die exakte Geometrie jedes winzigen Teils zu erfassen. Dafür werden 3D-Mikroskope mit hoher Auflösung eingesetzt, wie die Modelle Artec Micro oder Keyence VR. Diese Geräte nehmen nicht nur Fotos auf, sondern erzeugen eine Punktwolke oder ein dreidimensionales Netz von jedem Fragment.
Schlüsselvorteile des 3D-Scannings:- Ermöglicht die zerstörungsfreie Manipulation und Untersuchung der Fragmente, wobei das Originalbeweismaterial erhalten bleibt.
- Erstellt eine exakte digitale Datei, die die Oberflächentextur und die Form jedes Teils protokolliert.
- Dient als Basis für den nächsten Schritt: das virtuelle Zusammenbauen des Schaltkreises.
Die größte Herausforderung ist manchmal nicht, die Fragmente zusammenzusetzen, sondern die Geduld zu finden, um das tausendste Stück eines Kondensators einzupassen, das allen anderen identisch erscheint.
Das digitale Puzzle des Schaltkreises zusammensetzen
Mit allen 3D-Modellen bereit beginnt die Phase der Rekonstruktion. Unter Verwendung von spezialisierten Software wie Geomagic Wrap richten die Techniker die digitalen Teile aus und verbinden sie. Sie suchen nach passenden Kanten, gebrochenen Lötmarken oder Kupferleiterbahnmustern, die ineinandergreifen.
Ziele dieser virtuellen Rekonstruktion:- Die Grundplatte des Zünders mit möglichst hoher Genauigkeit wieder zusammenzusetzen.
- Das vollständige Schaltkreisdesign zu visualisieren, um zu verstehen, wie es funktioniert hat.
- Die spezifischen elektronischen Komponenten zu identifizieren, die verwendet wurden.
Die Herkunft des Designs zurückverfolgen
Sobald das Platinen-Design rekonstruiert ist, konzentriert sich die Arbeit auf die Identifizierung seiner Herkunft. Das Schema wird mit Schaltkreisdatenbanken unter Verwendung von Programmen wie KiCad oder Eagle verglichen. Dieser Vergleich kann enthüllen, ob das Design auf Open-Source-Plänen aus dem Internet basiert, ob es Komponenten eines bestimmten Herstellers verwendet oder ob es mit Mustern aus anderen Vorfällen übereinstimmt. Die Identifizierung dieser Herkunft ist grundlegend, um Materialien und technisches Wissen zurückzuverfolgen und mögliche Verbindungen in einer Untersuchung herzustellen. 🕵️♂️