
Seti@home analysiert Signale mit dem Radioteleskop FAST
Das berühmte Projekt Seti@home, das nach Hinweisen auf Intelligenz jenseits der Erde sucht, hat eine entscheidende Phase begonnen. Nun verarbeitet sein globales Netzwerk aus freiwilliger Rechenleistung Informationen, die vom Radioteleskop FAST in China aufgenommen wurden, dem größten und leistungsstärksten Instrument dieser Art. Seine extreme Empfindlichkeit ermöglicht es, sehr schwache Radioemissionen aus astronomischen Distanzen zu erkennen, was eine Untersuchung des Himmels mit nie dagewesener Detailtiefe erlaubt. 🔭
Ein Ozean von Daten zu filtern
Diese neue Phase beginnt mit einem massiven Datenvolumen: 12.000 Millionen Detektionen oder "Pings" von Radio. Die Aufgabe der Plattform, unterstützt durch Algorithmen und die Rechenleistung von Tausenden Freiwilligen, besteht darin, diese Daten zu durchforsten. Der Prozess eliminiert systematisch Störungen irdischen Ursprungs und bekannte natürliche kosmische Signale. Das Ergebnis dieses kolossalen Filters ist eine viel handhabbarere Liste von nur etwa hundert Kandidaten, die eine detailliertere Untersuchung verdienen.
Merkmale des Radioteleskops FAST:- Es ist das größte und empfindlichste Einzelspiegelteleskop der Welt.
- Seine Lage in China reduziert menschliche Radiofrequenzstörungen.
- Es kann Himmelsbereiche abdecken, die andere Teleskope nicht so detailliert beobachten.
Wir suchen eine Nadel im kosmischen Heuhaufen, aber zuerst müssen wir all das Heu entfernen, das wir selbst hineingelegt haben.
Die akribische Untersuchung der Kandidaten
Diese 100 vielversprechenden Ziele sind keine bestätigten Funde. Sie stellen Anomalien dar, die die automatischen Filter nicht sofort klassifizieren konnten. Die Forscher müssen jede einzelne mit äußerster Sorgfalt analysieren, um ihre Herkunft zu bestimmen. Das Ziel ist zu überprüfen, ob sie aus menschlichen Quellen (wie Satelliten) stammen, aus bisher unbeschreibenen astrophysikalischen Phänomenen oder letztlich aus einer Technologie nicht-irdischen Ursprungs. Dieser Schritt ist inhärent langsam und akribisch, stellt aber den Kern der wissenschaftlichen Suche dar.
Schritte bei der Analyse eines Kandidaten:- Überprüfen, ob es sich nicht um Störungen von Satelliten, Flugzeugen oder irdischen Quellen handelt.
- Die Signale mit Katalogen bekannter astrophysikalischer Phänomene vergleichen (Pulsare, Quasare).
- Nach Mustern der Modulation oder Wiederholung suchen, die auf einen künstlichen Ursprung hindeuten.
Das fundamentale Paradoxon von Seti
Der Aufwand birgt ein klares Paradoxon: Man versucht, eine kosmische Botschaft zu finden, aber das erste und größte Hindernis ist, all den Rausch auszuschließen, den unsere eigene Zivilisation erzeugt. Der komplexeste Filter ist manchmal nicht technologisch, sondern das Erkennen zwischen den Spuren unserer Technologie und denen einer, die vielleicht nicht existiert. Das Projekt Seti@home setzt mit dieser neuen Kapazität von FAST diesen Grenzbereich weiter herausfordernd fort und verarbeitet die Stille des Universums auf der Suche nach einem intelligenten Echo. 🛸