Robert Custer definiert pathologisches Spielen neu als medizinische Sucht

Veröffentlicht am 22. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Retrato en blanco y negro del psiquiatra Robert Custer, con expresión pensativa, junto a un diagrama que ilustra las fases del juego compulsivo: ganancia, pérdida y desesperación.

Robert Custer definiert pathologisches Spielen neu als medizinische Sucht

In den 1970er Jahren beobachtete der Psychiater Robert Custer ein disruptives Verhaltensmuster bei einigen Patienten. Er erkannte, dass ihre Unfähigkeit, mit dem Spielen aufzuhören, über ein einfaches Gewohnheitsverhalten hinausging und verheerende Konsequenzen nach sich zog. Custer schlug vor, dass dieses zwanghafte Verhalten einer chemischen Sucht ähnelte, ein Paradigmenwechsel, der die Art und Weise, wie die Psychiatrie diesen Störung klassifiziert, veränderte. 🧠

Vom moralischen Laster zur diagnostizierbaren Krankheit

Vor Custers Arbeit machte die vorherrschende Sichtweise einen Charakterfehler oder einen Mangel an Willenskraft dafür verantwortlich. Er argumentierte, dass es eine spezifische medizinische Erkrankung gab, die er zwanghaftes Spielen nannte. Dieser Ansatz ermöglichte die Schaffung objektiver Diagnosekriterien und legte die Grundlage dafür, dass die Störung im DSM-III als „pathologisches Spielen“ aufgenommen wurde.

Die drei Phasen des Custer-Modells:
  • Gewinnphase: Die Person erlebt Siege, die das Verhalten verstärken.
  • Verlustphase: Die Niederlagen beginnen, aber die Person spielt, um das Verlorene zurückzugewinnen.
  • Verzweiflungsphase: Das Verhalten beschleunigt sich, um Schulden zu bezahlen, was zur persönlichen Ruine führt.
Durch die Klassifizierung des Spielens als Sucht können ähnliche Therapien wie bei Alkoholismus angewendet werden.

Ein Vermächtnis, das in der digitalen Ära anhält

Custers klinische Perspektive ebnete den Weg für strukturierte Behandlungen. Durch die Gleichsetzung pathologischen Spielens mit anderen Süchten wurde der Einsatz von Selbsthilfegruppen validiert und die Untersuchung seiner biologischen Ursachen gerechtfertigt. Sein konzeptionelles Rahmenwerk ist heute entscheidend, um die süchtigmachenden Mechanismen in Videospielen und Online-Wetten zu verstehen.

Auswirkungen auf die moderne Behandlung:
  • Ermöglicht den Einsatz von Verhaltenstherapien und Zwölf-Schritte-Gruppen.
  • Fördert die Erforschung der neurobiologischen Grundlagen der Sucht.
  • Bietet ein Modell zur Identifizierung riskanter Verhaltensweisen in neuen digitalen Formaten.

Pionierhafte Vision für ein zeitgenössisches Problem

Die grundlegende Arbeit von Robert Custer veränderte für immer den Ansatz zum problematischen Spielen. Jahrzehnte vor Loot Boxes und Online-Wetten beschrieb sein Modell bereits den Zyklus der Verhaltenssucht. Sein Vermächtnis zeigt, dass das Erkennen, wann das Spielen aufhört, Spaß zu machen, der erste Schritt ist, es als die echte Krankheit zu behandeln, die es ist. ⚕️