
IFC: das offene Format, das das BIM-Ökosystem verbindet
Im Umfeld des digitalen Baus tritt IFC (Industry Foundation Classes) als grundlegender Bestandteil hervor. Es handelt sich nicht um eine spezifische Software, sondern um ein offenes und normiertes Dateiformat, das als universelle Sprache dient, damit die verschiedenen BIM-Tools miteinander kommunizieren können. Sein Hauptzweck ist es, sicherzustellen, dass die Informationen eines Modells vollständig von einer Anwendung zur anderen übertragen werden, sodass Architekten, Ingenieure und Auftragnehmer ohne technologische Barrieren zusammenarbeiten können. 🌉
Die Informationen des Bauprojekts strukturieren
Der IFC-Standard organisiert und definiert, wie jedes Komponente eines Projekts gespeichert wird. Er beschränkt sich nicht darauf, die 3D-Geometrie einer Wand oder eines Balkens zu speichern, sondern kapselt eine breite Palette von intelligenten Eigenschaften und Beziehungen ein. Das bedeutet, dass ein Element in IFC Daten zu seinem Material, Kosten, Feuerwiderstand und Bauphase enthält und über seine bloße visuelle Form hinausgeht. Diese Daten Tiefe ist die Grundlage, die die echte kollaborative Arbeit in BIM stützt.
Schlüssellemente, die das IFC-Format definiert:- Bauobjekte: Definiert Entitäten wie Wände, Decken, Türen und Fenster mit ihren geometrischen und alphanumerischen Attributen.
- Eigenschaften und Beziehungen: Speichert Informationen zu Materialien, Kosten, Leistung und wie die Elemente untereinander verbunden sind.
- Projektkontext: Umfasst Daten zu Organisation, Lieferanten, Planung und Ausführungsphasen des Projekts.
IFC ist die unverzichtbare Brücke in Arbeitsabläufen, in denen mehrere spezialisierte Software zusammenarbeiten.
Als Brücke in multidisziplinären Umgebungen fungieren
Wenn mehrere Teams unterschiedliche Programme wie Revit, Archicad oder Tekla einsetzen, wird das IFC-Format zum kritischen Bindeglied. Ein Architekt kann sein Modell in IFC exportieren und ein Tragwerksingenieur es in seine Berechnungssoftware importieren, wobei die Elemente und ihre Hauptattribute erhalten bleiben. Dieser Prozess ist entscheidend für die Koordination der Disziplinen, die Erkennung von Interferenzen (Clashes) und die Erhaltung eines einheitlichen Referenzmodells, auch bei der Nutzung heterogener Tools. Es ist ein Pfeiler zur Erfüllung der BIM-Lieferanforderungen.
Praktische Vorteile der Nutzung von IFC:- Garantierte Interoperabilität: Reduziert den Datenverlust beim Übertragen von Dateien zwischen Plattformen unterschiedlicher Hersteller.
- Effiziente Koordination: Erleichtern die frühzeitige Erkennung von Konflikten zwischen Fachbereichen wie Architektur, Tragwerk und Haustechnik.
- Softwareunabhängigkeit: Ermöglicht es den Beteiligten, ihre Tools frei zu wählen, ohne den globalen Informationsfluss des Projekts zu unterbrechen.
Die wahre Herausforderung der Interoperabilität
Die eigentliche Herausforderung liegt nicht darin, eine IFC-Datei zu exportieren, sondern sicherzustellen, dass das empfangende Team sie importieren und die benötigten genauen Informationen finden kann. Diesen Austausch perfekt und vorhersehbar zu gestalten, ist manchmal das komplexeste Ziel bei der Implementierung kollaborativer BIM-Methoden. Die Wirksamkeit des Prozesses hängt sowohl von der korrekten Konfiguration des Exports als auch von der Fähigkeit der Zielssoftware ab, die Daten zu interpretieren. 🎯