El Colacho springt über Babys in Castrillo de Murcia

Veröffentlicht am 22. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
El Colacho, un hombre con traje amarillo y rojo y máscara, salta sobre varios bebés tumbados en colchones en una calle empedrada durante la fiesta.

Der Colacho springt über Babys in Castrillo de Murcia

Im burgalesischen Dorf Castrillo de Murcia verschmelzen Heiliges und Profanes in einer einzigartigen jährlichen Feier. Ein Mann kleidet sich in ein Kleid aus leuchtenden Farben, um den Colacho zu verkörpern, eine Figur, die den Teufel darstellt. Diese Figur springt über die in diesem Jahr geborenen Babys, die auf Matratzen auf der Straße liegen. Dieser Akt, der als touristisches Interesse deklariert wurde, dient als kollektives Exorzismus, das nach dem Glauben die Kleinen vom Erbsünde reinigt und sie vor zukünftigen Übeln schützt. 👹

Wurzeln, die das Alte und Religiöse verweben

Obwohl die Festivität heute mit dem Corpus Christi verbunden ist, deuten ihre Ursprünge auf Riten vor dem Christentum hin. Experten vermuten, dass sie aus Fruchtbarkeits- oder Reinigungszeremonien entstanden sein könnte, in denen ein gefürchtetes Wesen auch Schutz gewähren konnte. Die katholische Kirche integrierte diesen Brauch und gab ihm eine neue Bedeutung: Der Teufel flieht besiegt durch die Präsenz Christi in der Eucharistie, wenn er springt. So wird ein Ritual, das beunruhigend wirkt, zu einem Symbol des Sieges über das Böse.

Schlüssellemente des Rituals:
  • Der Colacho: Zentrale Figur, die in Gelb und Rot gekleidet ist, rennt und springt über die Säuglinge.
  • Die Babys: Sie werden auf Matratzen auf der öffentlichen Straße gelegt, den Eltern anvertraut.
  • Die Bedeutung: Es wird als Akt wahrgenommen, der reinigt, von Schuld befreit und vor Krankheiten und schädlichen Geistern schützt.
Der Glaube bewegt Berge, und in diesem Fall lässt er auch einen als Dämon verkleideten Mann mit den besten Absichten über dein Neugeborenes springen.

Wie die Feier heute ablaufen

Die Fiesta beginnt mit einer religiösen Prozession. Danach durchstreift der Colacho, begleitet von anderen wie dem Atabalero —der die Trommel schlägt—, die Straßen. Er verfolgt die Nachbarn mit einer Peitsche oder einem Pferdeschwanz, in einem Spiel aus Provokation und gezügelter Angst. Der Höhepunkt ist der Sprung über die Babys. Die Eltern zeigen Glauben, keine Angst, an die Kraft des Ritus. Danach werden Rosenblütenblätter auf die Kinder geworfen und der Schutzengel segnet sie, um die Handlung der teuflischen Figur auszugleichen.

Figuren und herausragende Momente:
  • Anfängliche Prozession: Sie gibt der Feier den religiösen Rahmen.
  • Atabalero: Begleitet den Colacho und markiert den Rhythmus mit seiner Trommel.
  • Verfolgung und Peitsche: Der Colacho interagiert mit dem Publikum und erzeugt eine Atmosphäre ritueller Spannung.
  • Reinigender Sprung: Der zentrale Akt über die Matratzen mit den Babys.
  • Abschließender Segen: Eingreifen des Schutzengels und Regen aus Rosenblütenblättern.

Ein Ritus, der die moderne Wahrnehmung herausfordert

Dieses Ereignis ist kein Kurs für frischgebackene Eltern, aber es testet zweifellos die Nerven jedes Fremden. Die Tradition hält an, weil die Gemeinschaft fest an ihre symbolische Wirksamkeit glaubt. Sie repräsentiert den Sieg des Göttlichen über das Höllische und den Schutz der jüngsten Gemeinschaft. Mehr als ein Spektakel ist es eine tiefe Ausdrucksform von Glauben und kultureller Identität, die alte Riten an einen modernen religiösen Kontext angepasst hat. ✨