Eine Studie an Mäusen verknüpft Östrogen, Darm und Bakterien mit chronischen Bauchschmerzen

Veröffentlicht am 21. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Ilustración científica que muestra un diagrama del eje intestino-cerebro, con moléculas de estrógeno interactuando con células inmunitarias (neutrófilos) en el revestimiento intestinal, bacterias como Lactobacillus reuteri y nervios sensoriales que envían señales de dolor al cerebro.

Eine Studie an Mäusen verknüpft Östrogen, Darm und Bakterien mit chronischen Bauchschmerzen

Eine neue Untersuchung mit Tiermodellen enthüllt einen zuvor unbekannten biologischen Mechanismus, der die höhere Prävalenz von chronischen Bauchschmerzen bei Frauen erklären könnte. Die Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Cell Metabolism, identifiziert, wie weibliche Sexualhormone eine Kette von Ereignissen auslösen können, die die Schmerzsignale aus dem Darm verstärkt 🧬.

Der hormonelle Kreislauf, der Östrogen mit viszeralem Schmerz verbindet

Die Wissenschaftler entdeckten, dass Östrogen als Schlüsselschalter in diesem Prozess wirkt. Erhöhte Spiegel dieses Hormons modulieren die Aktivität der Neutrophilen, einer Art defensiver Zellen in der Darmschleimhaut. Bei Erhalt des hormonellen Signals setzen diese Zellen große Mengen eines Enzyms namens Mieloperoxidase frei.

Die ausgelöste biochemische Kaskade:
  • Die Mieloperoxidase oxidiert Tryptophan, eine essentielle Aminosäure aus der Nahrung, im Darmmilieu.
  • Diese chemische Reaktion erzeugt spezifische Metaboliten, die als Nahrung für bestimmte Bakterienstämme dienen.
  • Bakterien wie Lactobacillus reuteri nutzen diese Verbindungen zur Proliferation, was das Gleichgewicht der Darmmikrobiota verändert.
Diese Achse Östrogen-Immunität-Mikrobiota stellt einen direkten Zusammenhang zwischen Hormonen und funktionellen Verdauungsstörungen dar, die bei Frauen überwiegen.

Von der Dysbiose zur erhöhten Schmerzwahrnehmung

Die Veränderung der Bakterienpopulation ist kein isoliertes Ereignis. Der Anstieg von Bakterien wie L. reuteri führt dazu, dass sie mehr Moleküle produzieren, die als chemische Signale wirken. Diese Moleküle stimulieren direkt und kontinuierlich die sensorischen Nervenenden, die in die Darmwand eingebettet sind.

Folgen der persistierenden Nervenaktivierung:
  • Die Neuronen senden intensivere und häufigere Schmerzimpulse an das Gehirn.
  • Dies resultiert in einer viszeralen Hypersensitivität, bei der normalerweise harmlose Reize als schmerzhaft wahrgenommen werden.
  • Die Forscher bestätigten den Mechanismus, indem sie die Mieloperoxidase blockierten oder die Ernährung modifizierten, was das Bakterienwachstum reduzierte und den Schmerz bei den Mäusen linderte.

Auswirkungen für das Verständnis von Störungen wie dem Reizdarmsyndrom

Diese Entdeckung liefert eine solide mechanistische Erklärung dafür, warum Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom (RDS) Frauen unverhältnismäßig stark betreffen. Sie deutet darauf hin, dass natürliche hormonelle Schwankungen durch diese Achse die Schmerzsensitivität im Bauchbereich verändern können. Die Wissenschaft zeigt nun, dass Darmbakterien, genährt durch hormonelle Signale, hinter diesen wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden stehen könnten 🔬.