
Eine neue Karte zeigt das Relief unter dem antarktischen Eis
Ein globales Konsortium von Forschern hat eine detaillierte Karte veröffentlicht, die die Struktur des felsigen Bodens unter der riesigen Eisschicht des antarktischen Kontinents offenlegt. 🗺️
Eine Technik, die das Bohren vermeidet
Um diesen Meilenstein zu erreichen, muss das Team das Eis nicht bohren. Stattdessen untersucht es Informationen, die von umkreisenden Satelliten erfasst wurden, die die minimalen Verformungen an der gefrorenen Oberfläche registrieren. Diese fast unsichtbaren Veränderungen enthüllen die Silhouette des in Kilometern Tiefe begrabenen Geländes. Das Verfahren integriert Radarmessungen und Laser-Altimeter mit den physikalischen Gesetzen, die steuern, wie sich das Eis bewegt. ❄️
Die Schlüssel-Satelliten in der Operation:- CryoSat-2 und ICESat-2: messen die Höhe der eisbedeckten Oberfläche mit extremer Präzision.
- Inverses Modellieren: indem man versteht, wie ein viskoses Fluid (das Eis) sich an unebenen Boden anpasst, können die Berechnungen umgekehrt werden.
- Ableitung der Basis: das Wissen über die Oberflächenform und die Bewegung ermöglicht es, die verborgene Geometrie des Bodens zu erschließen.
Dieser Ansatz ermöglicht die Kartierung weiträumiger und entlegener Regionen, in denen es sehr schwierig ist, direkte seismische Daten zu erhalten.
Bedmap3: ein präziseres Modell
Die neue Version, Bedmap3 genannt, verfeinert und aktualisiert die vorherigen Höhenmodelle. Sie bietet eine feinere räumliche Auflösung und verringert die Fehlergrenzen in kritischen Zonen. Diese Informationen sind entscheidend für die Klimamodelle, die prognostizieren, wie die Eisschicht auf einen wärmeren Planeten reagieren wird. 🌍
Kruziale Anwendungen der Karte:- Vorhersage der zukünftigen Stabilität von Gletschern und Eisschelfen.
- Genauere Berechnung ihres potenziellen Beitrags zum Anstieg des Meeresspiegels.
- Verständnis der Bathymetrie unter schwimmenden Eisschelfen.
Glaziologie vom Schreibtisch aus
Dank dieses Fortschritts können die Experten nun den weißen Kontinent untersuchen, ohne teure und strapaziöse Feldexpeditionen unternehmen zu müssen, zumindest für eine erste Analysephase von ihren Computern aus. Die nächste Geländemission dient vielleicht nur dazu, den Bildschirmschoner mit noch frischeren Daten zu aktualisieren. 💻