Eine alte bakterielle Entdeckung schreibt die Ursprünge der Syphilis um

Veröffentlicht am 26. January 2026 | Aus dem Spanischen übersetzt
Reconstrucción digital de un cráneo antiguo con lesiones óseas, superpuesto con una representación microscópica de la bacteria Treponema pallidum en tonos rojos y amarillos, sobre un fondo oscuro que evoca un yacimiento arqueológico.

Ein uralter bakterieller Fund schreibt die Ursprünge der Syphilis um

Eine aktuelle Untersuchung analysiert menschliches Knochmaterial aus vor zwei Jahrtausenden, gefunden in Brasilien, und entdeckt das Vorhandensein des Mikroorganismus, der für die Auslösung der Syphilis verantwortlich ist. Diese Entdeckung stellt die dominierende historische Erzählung infrage, die den Beginn dieser Krankheit in Europa nach der Rückkehr von Kolumbus ansiedelte. Die genetischen Daten deuten nun darauf hin, dass dieser Erreger bereits lange vor dem ersten transatlantischen Kontakt auf dem amerikanischen Kontinent zirkulierte. 🔍

Die Wissenschaft analysiert Jahrtausende altes genetisches Material

Das wissenschaftliche Team gelang es, DNA zu extrahieren und zu sequenzieren aus Knochen mit charakteristischen Merkmalen der Infektion, die im archäologischen Fundort Laguna entdeckt wurden. Sie konnten fast vollständige Genome der Subspezies Treponema pallidum endemicum, die mit der Frambösie assoziiert ist, zusammenstellen und erkannten auch primitive Linien der Variante, die die venerische Syphilis verursacht. Dies bestätigt, dass diese schädlichen Bakterien bereits seit Tausenden von Jahren menschliche Gruppen in der Neuen Welt infizierten.

Schlüsselergebnisse der genetischen Studie:
  • Erfolgreiche Sequenzierung von alter DNA aus Knochenschäden.
  • Rekonstruktion vollständiger Genome von Treponema pallidum endemicum.
  • Identifikation früher Linien der Subspezies, die die venerische Syphilis verursacht.
Die Ergebnisse belegen eine Jahrtausende alte Zirkulation pathogenetischer Treponemen in präkolumbianischen amerikanischen Populationen.

Die Geschichte eines Erregers neu denken

Die Schlussfolgerungen der Arbeit zeigen, dass die Syphilis nicht in Europa Ende des 15. Jahrhunderts als beschleunigte Mutation anderer Treponematosen auftrat. Im Gegenteil, das Bakterium folgte bereits seinem evolutionären Verlauf in den Amerikas, und die Reisen Kolumbus' könnten einen aggressiveren Stamm zurück zum Alten Kontinent gebracht haben, wo es sich aufgrund fehlender vorheriger immunologischer Abwehr ausbreitete. Die Untersuchung postuliert einen komplexeren und entfernteren Ursprung für diesen Infektionserreger.

Implikationen des neuen Paradigmas:
  • Widerlegt die Theorie des schnellen europäischen Ursprungs postkolumbianisch.
  • Deutet auf eine vorherige Evolution des Erregers auf dem amerikanischen Kontinent hin.
  • Schlägt vor, dass der „kolumbianische Austausch“ auch pathogene Erreger umfasste.

Ein unerwartetes biologisches Erbe

Entsprechend kann man beim nächsten Mal, wenn vom „kolumbianischen Austausch“ die Rede ist, daran erinnern, dass nicht nur Lebensmittel wie Tomate oder Kartoffel geteilt wurden, sondern auch einige biologische Geschenke, die weitaus weniger appetitlich waren. Dieser Fund unterstreicht die Komplexität der Rückverfolgung der Krankheitsgeschichte und wie die Gentik die Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte umschreiben kann. 🧬