Der Regisseur Paul W.S. Anderson, verantwortlich für Filmreihen basierend auf Videospielen wie Resident Evil, hat es als skandalös bezeichnet, dass ein Filmemacher eine Adaption angeht, ohne das Originalmaterial zu kennen. Für ihn ist es essenziell, Fan zu sein und sich ins Spiel zu stürzen, um seine visuelle Essenz und sein DNA zu erfassen. Diese Philosophie zielt darauf ab, das geistige Eigentum zu respektieren und zu verstehen, was die Fans schätzen, und so Goodwill für das Filmprojekt zu erzeugen.
Die Immersion als Werkzeug der technischen Vorbereitung 🎮
Anderson überträgt diese Anforderung auf sein gesamtes Schlüsseltechnikteam, insbesondere auf Produktionsdesigner und Kameraleute. Seine Methode ist direkt: Sie müssen das Originalvideospiel spielen oder zumindest vollständige Partien anschauen. Das Ziel ist, dass sie die Ästhetik, die Farbpalette, die Architektur der Szenen und die Lichtstimmung internalisieren. Diese Immersion dient als obligatorische Phase der technischen Dokumentation, um den visuellen Stil des Spiels präzise auf die Kinoleinwand zu übertragen.
Obligatorischer Kurs: "Stufe 1: Lernen, sich auf dem Set zu ducken" 😄
Stell dir den ersten Drehtag einer Adaption vor. Der Kameramann, nach seinem Training, verlangt einen faulig-grünen Filter für eine helle Szene. Der Produktionsdesigner lehnt ein modernes Möbel ab, weil es die Kohärenz des safe room von 1998 bricht. Und der Regieassistent gibt Anweisungen nur schreiend: ¡Corred! ¡Es el Tyrant!. Vielleicht sieht das Set aus wie ein Rollenspiel-Server, aber zumindest gibt es keine Beschwerden über einen Hubschrauber mit falschem Logo. Treue hat ihren Preis, und manchmal ist es, das Geräusch eines Herbivoren während des Caterings zu hören.