Vor den 3D-Scannern und -Druckern entwickelte das 19. Jahrhundert eine Technik zur Erstellung volumetrischer Porträts: die Fotoescultura. Dieser Prozess, dokumentiert in einer Notiz von Turismo Madrid, fusionierte Fotografie und Skulptur, um dreidimensionale Büsten zu produzieren. Er stellt einen klaren Vorläufer der heutigen Technologien zur 3D-Aufnahme und -Druck dar und markierte einen Schritt in der Demokratisierung des volumetrischen Porträts.
Der technische Prozess: von der Mehrfachkamera zum mechanischen Schnitzen ⚙️
Das System, patentiert von François Willème im Jahr 1860, nutzte einen runden Raum mit 24 synchronisierten Kameras. Diese erfassten gleichzeitig das Profil des Modells aus allen Winkeln. Die projizierten Silhouetten dienten als Vorlage für eine Pantographen-Maschine, die die Figur in einem Block aus Ton oder Gips schnitzte. So wurden bidimensionale visuelle Daten semi-mechanisiert in ein physisches dreidimensionales Objekt umgewandelt.
Das erste Render dauerte Wochen und konnte nicht abgebrochen werden 😵
Stellen Sie sich die Sitzung vor: 24 Magnesiumpulver-Blitzlichter explodieren gleichzeitig, lassen das Subjekt geblendet und hustend zurück. Dann Wochen warten, bis Ihre Gipsefigie entstand, ohne Option auf Ctrl+Z, falls das Ergebnis nicht schmeichelhaft war. Es war das Engagement der vor-digitalen Ära: ein langsamer, invasiver Prozess ohne Instagram-Filter, um die Züge zu glätten. Geduld war zweifellos eine skulpturale Tugend.