HVO100 präsentiert sich als ein erneuerbarer Dieselkraftstoff, hergestellt aus Altölen und organischen Abfällen, mit einer Emissionsreduktion von nahezu 90%. Seine breite Einführung stößt jedoch auf eine Realität: sein Preis an der Zapfsäule übersteigt den von konventionellem Diesel und erreicht bis zu 2 Euro pro Liter. Das Paradoxon liegt darin, dass seine Kosten nicht seinen Herstellungsprozess widerspiegeln, sondern an den Preis von fossilem Diesel gekoppelt sind, zuzüglich einer zusätzlichen Gewinnspanne.
Das Paradoxon eines an Öl indexierten Preises 🤔
Technisch gesehen wird HVO100 durch Hydrotreating von Fetten und Abfällen gewonnen, ein Prozess, der kein Erdöl verwendet. Trotzdem wird sein Verkaufspreis auf Basis der Notierung von mineralischem Diesel festgelegt. Zu dieser Referenz kommt ein Aufschlag hinzu, der die höheren Kosten der knappen Rohstoffe und den eigentlichen Prozess abdeckt. Steuerliche Vorteile, wie die Befreiung von der CO₂-Steuer, werden nicht am Ende abgezogen, sondern in die Gewinnspanne integriert, was erklärt, warum er zwischen 15% und 30% teurer ist.
Für Öl bezahlen, das kein Öl enthält 😅
Die Situation hat ihre komische Seite. Man zahlt letztendlich einen Aufschlag für einen Kraftstoff, der damit wirbt, kein Rohöl zu enthalten, dessen Preis aber im Takt der Schwankungen des Brent-Barrels tanzt. Es ist, als würde man ein zuckerfreies Getränk kaufen, dessen Preis steigt, weil Zucker teuer ist. Die Prämien dafür, sauber zu sein, behält jemand auf dem Weg ein, und der Verbraucher zahlt für das grüne Label... mit einem Aufschlag, der verdächtig nach alter Wirtschaft riecht.