Damian McCarthy liefert seinen dritten Spielfilm, Hokum, eine psychologische Horrorgeschichte, die in einem ländlichen irischen Hotel spielt. Der Film folgt Ohm Bauman, einem Romanautor in der Krise, der reist, um die Asche seiner Eltern zu verstreuen und mit einer Schreibblockade umzugehen. Dort vermischen sich seine inneren Dämonen und übernatürliche Phänomene in einer Spirale der Angst. McCarthy debütiert mit einem großen Verleiher, was sich in einem solideren Budget und einem klaren narrativen Ehrgeiz bemerkbar macht.
Kameras, Schatten und ein Hotel, das in jeder Einstellung atmet 🎥
McCarthy nutzt Dreharbeiten an realen Orten in Irland, um eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen, ohne übermäßig auf digitale Effekte angewiesen zu sein. Die Kameraführung spielt mit Gegenlicht und engen Räumen und verwendet anamorphe Objektive, die die Hotelgänge verzerren. Der Umgebungsklang, vom Knarren des Holzes bis zum Wind auf den Feldern, vermischt sich mit einer minimalistischen Filmmusik. Der Regisseur priorisiert ein langsames Tempo und Stille, wodurch Spannung vor den wenigen direkten Schreckmomenten aufgebaut wird. Das Ergebnis ist ein eher körperloser als viszeraler Horror.
Einen Horrorroman zu schreiben ist einfacher, als Asche zu verstreuen 💀
Ohm Bauman kommt mit zwei Missionen im Hotel an: Asche verstreuen und schreiben. Spoiler: Keine davon verläuft gut. Während er darum kämpft, die richtigen Worte zu finden, bietet ihm das Hotel Visionen, Geräusche und das ein oder andere sich von selbst bewegende Objekt. Fast scheint es, als hätte das Gebäude mehr Talent für Drama als der Romanautor selbst. Am Ende fragt man sich, ob die Schreibblockade nicht besser war, als sich gleichzeitig mit Geistern und Literaturkritiken herumschlagen zu müssen.