Ein Gebäude in der Bauphase begann, besorgniserregende diagonale Risse in mehreren Stützen des Erdgeschosses zu zeigen. Aufgrund des Verdachts eines internen Versagens griffen die Ingenieure auf eine Kombination aus Georadar (GPR) und 3D-Laserscanning zurück, um das Innere des Betons zu inspizieren, ohne abreißen zu müssen. Die Ergebnisse waren alarmierend: Die Stahlstäbe befanden sich nicht an der in den Konstruktionsplänen angegebenen Position, was die Tragfähigkeit der Struktur erheblich beeinträchtigte.
Forensischer Arbeitsablauf: vom Laserscan zum BIM-Modell 🔍
Der Prozess begann mit dem Scannen der Stützen mittels eines Leica RTC360, wobei hochpräzise Punktwolken erfasst wurden, die die tatsächliche Geometrie und die Oberflächenrisse dokumentierten. Parallel dazu wurde eine Georadar-Vermessung durchgeführt, deren Daten in GPR-Slice verarbeitet wurden, um Querschnitte zu erzeugen, die jede Stahlstange lokalisierten. Diese beiden Datenquellen wurden in Autodesk ReCap fusioniert, um ein realistisches 3D-Modell des Stützeninneren zu erstellen. Schließlich wurde das Modell in Tekla Structures importiert, wo es mit dem theoretischen Strukturmodell überlagert wurde, um die millimetergenauen Abweichungen des Stahls und deren Auswirkungen auf die Druck- und Biegefestigkeit zu berechnen.
Kollisionsprävention durch zerstörungsfreie Diagnose 🏗️
Dieser Fall zeigt, dass die Sichtprüfung nicht ausreicht, um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten. Die kombinierte Technologie von GPR und 3D-Scanning ermöglicht es, versteckte Mängel wie verschobene Bewehrungen, Kiesnester oder unzureichende Betondeckung zu erkennen, bevor die Struktur belastet wird. Für den forensischen Bereich wird diese Methodik zu einem unverzichtbaren Werkzeug: Sie ermöglicht es, das tatsächliche Einsturzrisiko zu quantifizieren und fundierte Entscheidungen über Verstärkung oder kontrollierten Rückbau auf der Grundlage objektiver Daten zu treffen, wodurch Katastrophen und spätere Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.
Welche Methodik des 3D-Scannings und der GPR-Datenverarbeitung ermöglicht es, millimetergenaue Abweichungen der Bewehrung in Stahlbetonstützen mit höchster Präzision zu erkennen, bevor sichtbare diagonale Risse auftreten?
(PS: Einen Einsturz zu simulieren ist einfach. Schwierig ist es, dass Ihnen das Programm nicht abstürzt.)