Einem Astronomenteam der Princeton University unter der Leitung von Joshua Roth ist es gelungen, in den Daten des TESS-Teleskops mehr als 10.000 neue Planetenkandidaten zu identifizieren. Der Fund verdoppelt die bisherige Reichweite des Instruments, da er bis zu schwächere Sterne in einer Entfernung von bis zu 6.800 Lichtjahren von der Erde erfasst. Durch die Kombination von Bildern aus dem ersten Beobachtungsjahr wurden mehr als 11.500 Kandidaten entdeckt, von denen 10.000 unbekannt waren. Die meisten sind heiße Jupiter, Gasriesen, die ihre Sterne in sehr geringer Entfernung umkreisen.
Wie die Bildverarbeitung das Sichtfeld erweiterte 🔭
Der Trick bestand nicht darin, das Teleskop auf neue Gebiete zu richten, sondern die Daten anders zu verarbeiten. Die Forscher stapelten Bilder aus dem ersten Jahr von TESS, um das Hintergrundrauschen zu reduzieren. Diese Technik ermöglichte es, Planetentransite bei viel schwächeren und weiter entfernten Sternen zu erkennen, was früheren automatischen Analysen nicht gelang. Die Methode ist auf dem Papier einfach, erforderte jedoch eine massive Filterung der Daten, um echte Signale von Fehlalarmen zu trennen, und schuf so einen der größten Kataloge von Kandidaten, die jemals in einer einzigen Studie erstellt wurden.
Heiße Jupiter: Der Nachbar, den man nicht zum Abendessen einlädt 🔥
Bei diesen neuen Kandidaten handelt es sich größtenteils um heiße Jupiter. Das heißt, Gasriesen, die ihre Sterne so nah umkreisen, dass sie ein Jahr in nur wenigen Tagen absolvieren. Vergleicht man sie mit unserem Jupiter, ist es, als würde sich ein riesiger Typ auf deinen Schoß auf das Sofa setzen und sich ein Jahrzehnt lang nicht bewegen. Außerdem erreichen sie aufgrund ihrer großen Nähe Ofentemperaturen. Also, wenn du einen Planeten für einen ruhigen Urlaub suchst, schau lieber in einer anderen Kategorie weiter.