Die Galleria Nazionale d´Arte Moderna in Rom zeigt bis August eine Ausstellung mit 80 Werken von Max Peiffer Watenphul, einem Maler, der an der Bauhaus ausgebildet wurde. Die Ausstellung zeichnet seinen Werdegang nach, von den Anfängen, die von der deutschen Schule beeinflusst waren, bis zu seiner letzten Schaffensphase in Venedig, und bietet einen vollständigen Überblick über seine farbliche und kompositorische Entwicklung.
Von der Werkstatt zur Leinwand: die Technik der Farbe am Bauhaus 🎨
Die Ausstellung hebt Watenphuls Verwendung von Farbe als strukturelles Element hervor, ein direktes Erbe seiner Zeit am Bauhaus. In seinen Werken ist der Ton keine Verzierung, sondern ein Pfeiler, der Tiefe und Raum definiert. Die venezianischen Landschaften mit ihren Licht- und Wasserspielen zeigen eine Entwicklung hin zu einer gesättigteren Palette, wo der lockere Pinselstrich mit der geometrischen Präzision seiner frühen Arbeiten konkurriert.
Venedig, das Photoshop des 20. Jahrhunderts 🌊
Einen ehemaligen Bauhaus-Schüler beim Malen venezianischer Kanäle zu sehen, hat seinen Reiz. Watenphul wandte die konstruktivistische Disziplin auf Nebel und Spiegelungen an und ließ eine Brücke wie eine Perspektivübung und nicht wie ein einfaches Selfie erscheinen. Es ist, als hätte die deutsche Schule den Instagram-Filter der Serenissima entworfen, aber ohne das Bild zu übersättigen. Gut, dass er nicht dazu kam, Gondeln mit Winkel und Lineal zu zeichnen.