Die Miniserie Usagi Yojimbo: Kaitō 84 ist wie ein Hauch frischer Luft in das Universum des Samurai-Kaninchens gekommen. Dieses Spin-off, das im Japan der 80er Jahre spielt, folgt einem Nachkommen von Miyamoto Usagi und verbindet den klassischen Geist mit Hommagen an das Hongkong-Actionkino. Das Werk, geschrieben von Zack Rosenberg und gezeichnet von Jared Cullum, vermeidet es, eine Kopie zu sein, und bietet seine eigene visuelle Stimme.
Cullums Aquarell als narrative Triebfeder 🎨
Der bemerkenswerteste technische Aspekt von Kaitō 84 ist Jared Cullums Einsatz von Aquarell. Anstatt den präzisen Strich von Stan Sakai zu replizieren, entscheidet sich der Künstler für Farbflecken und lockere Pinselstriche, die an Samurai-Filme und den Noir-Stil der 80er erinnern. Diese Technik, angewandt auf dynamische Panels, vermittelt Geschwindigkeit in Verfolgungsjagden und Melancholie in leeren Räumen. Es ist keine Nachahmung; es ist eine visuelle Anpassung, die mit der neuen Ära kohärent ist.
Ein Kaninchen in den 80ern? Ja, und ohne Walkman 🐰
Das Kurioseste ist, dass der Protagonist trotz der 80er Jahre weder einen Walkman benutzt noch sich mit Gel die Haare stylt. Das Samurai-Kaninchen zieht das Katana der Kassette vor, auch wenn die Neonstraßen und die Yakuza mit Schulterpolstern daran erinnern, dass sich die Zeit geändert hat. Zumindest müssen wir es nicht Breakdance tanzen sehen, um zu beweisen, dass es modern ist. Allerdings haben die Kampfchoreografien mehr Rhythmus als jeder Madonna-Song.