Ein Gericht in Tokio hat die Abschiebungsanordnung einer philippinischen Frau aufgehoben, die 17 Jahre lang illegal in Japan lebte, nachdem es sie als Opfer von Menschenhandel anerkannt hatte. Sie kam 2004 mit einem Sechsmonatsvisum, um in einem Club in Gunma zu arbeiten, wo der Besitzer ihr den Pass abnahm und sie zwang, eine fiktive Schuld von 60.000 Euro durch Sex mit Kunden abzubezahlen. Ihr gelang die Flucht, doch später wurde sie gezwungen, ein Mitglied der Yakuza zu heiraten, und lebte anschließend mit einem japanischen Staatsbürger zusammen. Nach ihrer Festnahme im Jahr 2022 ordneten die Einwanderungsbehörden 2023 ihre Abschiebung an, doch das Gericht befand, dass die Anordnung ihren Status als Opfer sexueller Ausbeutung ignorierte.
Die Passsperre als digitaler Kontrollmechanismus in Menschenhandelsfällen ⚖️
Die Beschlagnahme des Passes, wie in diesem Fall geschehen, ist eine gängige Taktik in Menschenhandelsnetzwerken, die nun Parallelen im digitalen Bereich findet. Biometrische Verifikationssysteme und Einwanderungskontroll-Apps, wie sie an japanischen Flughäfen verwendet werden, könnten Warnungen integrieren, um erzwungene Dokumenteneinbehaltungen zu erkennen. Die derzeitige Technologie verhindert jedoch nicht, dass ein Arbeitgeber die Eingabedaten eines befristeten Visums manipuliert. Das Urteil legt nahe, dass Systeme zur Verfolgung des Einwanderungsstatus mit Meldungen über Ausbeutung verknüpft werden sollten, um zu verhindern, dass Opfer als Gesetzesbrecher bestraft werden.
Yakuza, Schulden und ein Auto: Das Rezept, um nicht abgeschoben zu werden 🚗
Nach der Flucht aus dem Club wechselte die Frau von einer erzwungenen Tänzerin zur Ehefrau eines Yakuza und lebte dann in einem Fahrzeug mit einem japanischen Staatsbürger. Es scheint, dass der Lebensplan in Japan darin bestand, von Zeit zu Zeit den Begleiter zu wechseln, aber immer mit dem gleichen Ergebnis: weiterhin ohne Papiere zu sein. Das Gericht sagte schließlich: Schluss damit. Vielleicht ist das Überraschendste nicht, dass es 17 Jahre dauerte, bis sie es bemerkten, sondern dass der Clubbesitzer noch keinen Kurs für Unternehmer im Menschenhandel eröffnet hat.