Das Teknival, eine illegale Großparty für elektronische Musik, besetzte drei Tage lang einen militärischen Schießplatz im Zentrum Frankreichs, im Département Cher. Mehr als 40.000 Menschen versammelten sich zwischen Bourges und Cornusse auf einem Gelände der Generaldirektion für Rüstung. Die Veranstaltung endete mit 33 Drogenvergifteten, fünf davon in kritischem Zustand, und über 600 von den Behörden verhängten Sanktionen. Eine Bilanz, die das Ausmaß des Ereignisses und seine gesundheitlichen und rechtlichen Folgen widerspiegelt.
Sound und Logistik: Wie man einen massiven Rave ohne Genehmigung aufbaut 🎧
Die Organisation eines Teknivals dieser Größenordnung erfordert eine komplexe technische Logistik. Die Besitzer installieren leistungsstarke Soundsysteme mit Dieselgeneratoren und modularen Audioanlagen, die Leistungen von mehreren zehn Kilowatt erreichen können. Die Schallverteilung wird über gestapelte Lautsprecherlinien, sogenannte Stacks, gesteuert, die große Flächen abdecken. Die Stromversorgung erfolgt über miteinander verbundene Stromaggregate, während Beleuchtung und visuelle Effekte über MIDI-Controller synchronisiert werden. All dies wird auf unvorbereitetem Gelände aufgebaut, was ein erhebliches technisches Risiko darstellt.
Der Schießplatz, der lauter klang als bei Manövern 🔊
Wer hätte gedacht, dass ein militärischer Schießplatz, der dafür konzipiert ist, Ziele zum Schweigen zu bringen, 72 Stunden lang mit Bässen vibrieren würde. Den 40.000 Besuchern gelang, was nicht einmal die Panzer der Armee schafften: Sie verwandelten ein Gelände der Generaldirektion für Rüstung in die größte Tanzfläche der Region. Allerdings blieben die Behörden nicht untätig: 600 Geldstrafen, die in der Summe wahrscheinlich die nächsten Übungsmunitionen finanzieren. Zumindest werden sich die Anwohner von Bourges nicht mehr über den Lärm der Schüsse beschweren.