Der Filmemacher Rodrigo Sorogoyen präsentiert gemeinsam mit Javier Bardem und der Schauspielerin Luengo in Cannes El ser querido, ein Drama, das in der offiziellen Sektion konkurriert. Der Film erzählt die Geschichte eines Regisseurs, der nach Spanien zurückkehrt, um über die Sahara zu drehen, und versucht, sich mit seiner Tochter, einer Schauspielerin, die er verließ, zu versöhnen. Der Film erforscht das Verlassenwerden und die Schwierigkeit der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, mit einem Fokus auf die männliche Unfähigkeit zuzuhören und emotional Verbindung aufzunehmen.
Die Kamera als Werkzeug emotionaler Konflikte 🎬
Sorogoyen nutzt eine Inszenierung, die zwischen Nahaufnahmen und bewegten Sequenzen wechselt, um die Spannung zwischen den Figuren widerzuspiegeln. Die Bildgestaltung verwendet eine Palette kalter Farben in den Konfliktszenen und warme Töne in den wenigen Momenten der Ruhe. Der Schnitt mit abrupten Unterbrechungen in den Dialogen unterstreicht die Kommunikationslosigkeit. Bardem spielt einen Vater, der das Kino als Ausrede nutzt, um sich seinem emotionalen Versagen nicht stellen zu müssen, während Luengo eine Tochter darstellt, die durch die Schauspielerei nach Antworten sucht.
Nach Hause kommen, aber mit Kamera und Ausreden 😅
Denn, klar, nichts sagt Ich liebe dich so sehr wie einen Film über die Sahara zu drehen, um ein zwanzigminütiges Gespräch mit deiner Tochter zu vermeiden. Bardem spielt einen Regisseur, der lieber einen Travelling in der Wüste plant, als zu fragen, wie es in der Schule war. Der in Cannes präsentierte Film zeigt, dass für manche Väter emotionale Vernachlässigung besser mit einem Filmteam als mit einem Psychologen gelöst wird. Aber immerhin ist die Fotografie schön.