Die animierte Serie Star Wars: Maul – Shadow Lord schlägt eine Neuinterpretation des Stücks Duel of the Fates vor, komponiert von John Williams für Die dunkle Bedrohung. Es ist nicht länger nur die Hymne des Lichtschwertduells zwischen Qui-Gon, Obi-Wan und Maul. Das Thema erhält eine neue Bedeutung, indem es mit dem Tod von Anakins Mutter und seiner späteren Verwandlung in Darth Vader verknüpft wird, und zeigt, dass seine wahre Funktion darin besteht, den genauen Moment anzukündigen, in dem eine Figur die Schwelle zur Dunklen Seite überschreitet.
Das musikalische Motiv als Indikator für narrativen Übergang 🎵
Aus Sicht des Sounddesigns fungiert Duel of the Fates als ein Leitmotiv des Bruchs. In Angriff der Klonkrieger erklingt es, als Anakin die Tusken niedermetzelt und damit seinen ersten Mord aus Rache begeht. In Die Rache der Sith begleitet es seinen endgültigen Fall, als er den Helm von Darth Vader aufsetzt. Shadow Lord nutzt diese Logik aus: Das Stück gehört nicht zu einem physischen Duell, sondern zu dem inneren Konflikt, der eine Figur dazu bringt, ihre Menschlichkeit aufzugeben. Es ist ein technisches Werkzeug, das eine irreversible Verwandlung vorwegnimmt.
Also, die Schuld trägt der gregorianische Chor 😅
Es ist kurios, dass ein Lied, das für einen akrobatischen Kampf komponiert wurde, am Ende der offizielle Soundtrack für Anakins schlechte Entscheidungen ist. Man würde erwarten, es zu hören, wenn jemand ein Lichtschwert zieht, nicht wenn ein Jedi mit einer Hacke in den Berserker-Modus übergeht. Aber so ist das nun mal: Während die Fans 1999 das Thema anstimmten und an Trittflugkünste dachten, schrieb Williams bereits die Melodie der galaktischen Depression. Möge die Macht mit uns sein, und auch ein guter Therapeut.