Der 2019 von Guillermo del Toro produzierte Film ist mit unerwarteter Beständigkeit gealtert. Weit davon entfernt, eine bloße Ansammlung von Schrecken zu sein, baut er eine Erzählung auf, in der ein mit Blut geschriebenes, verfluchtes Buch Monster materialisiert. Er adaptiert die umstrittene Serie von Alvin Schwartz, die in den 90ern an Schulen verboten war, und schafft es, dass seine Kreaturen effektiv bleiben, ohne auf billige digitale Effekte angewiesen zu sein.
Der Motor der Angst: Praktische Modelle und Sounddesign 👻
Die Abteilung für Spezialeffekte, geleitet vom Studio Spectral Motion, entschied sich für Animatronics und Prothesen-Make-up, um Monster wie die Blasse Dame oder den Jangly Man zum Leben zu erwecken. Diese technische Entscheidung vermeidet die visuelle Veralterung, unter der viele CGI-Effekte dieser Zeit leiden. Die Tonmischung mit Schichten von Flüstern und organischen Knackgeräuschen verstärkt das Gefühl physischer Bedrohung. Das interaktive Buch, dessen Seiten sich von selbst neu beschreiben, ist ein gelungenes praktisches Design, das an den haptischen Horror des Originalwerks anknüpft.
Was passiert, wenn ein Buch deine Horror-Hausaufgaben macht 📚
Die Prämisse ist großartig für jeden Schüler: ein Buch, das deine Albträume für dich aufschreibt und sie sogar illustriert. Schade nur, dass der Autor ein rachsüchtiger Geist ohne Sinn für Humor ist. Während die Protagonisten rennen, denkt man, dass das Buch doch besser in meinem Schulranzen in der Mittelstufe gewesen wäre – aber um die Mathe-Klausuren zu schreiben. Am Ende ist der wahre Schrecken die Erkenntnis, dass die Bibliothekarin recht hatte: Man sollte keine Bücher lesen, die bluten, selbst wenn sie bessere Monster haben als der Großteil des aktuellen Kinos.