Der Choreograf Alberto Velasco präsentiert Sacresize, eine zeitgenössische Tanzperformance mit dicken Tänzer*innen, inspiriert von Le Sacre du printemps. Das Werk prangert an, wie die Gesellschaft dicke Menschen in einem Zustand von Scham und Frustration hält und ihren Zugang zu künstlerischen Räumen einschränkt. Durch Ritual und Bewegung beanspruchen die Tänzer*innen den dicken Körper als ein Territorium der Macht, Schönheit und des Widerstands gegen kulturelle Normen und strukturelle Fettfeindlichkeit.
Der Körper als motorische Bühne: Biomechanik und erweiterte Choreografie 💥
Velasco wendet eine choreografische Methodik an, die die Biomechanik des dicken Körpers als technisches und ausdrucksstarkes Mittel erforscht. Die Bewegungen zielen nicht darauf ab, die Leichtigkeit des klassischen Tanzes nachzuahmen, sondern Gewicht, Volumen und Trägheit als Bühnenelemente zu verstärken. Das Werk verwendet rhythmische Muster aus der Originalpartitur von Strawinsky, angepasst an die körperlichen Fähigkeiten der Interpret*innen. Jede Sequenz ist aus Widerstand und der Besetzung des Raumes aufgebaut und bricht mit der Vorstellung, dass Tanz nur normativen Körpern gehört.
Tanzen, als ob dich niemand vermessen würde: das Fitness der Rebellion 🔥
Wenn du dachtest, die einzige Übung für dicke Menschen sei es, mit gesenktem Blick Treppen zu steigen, dann kommt Sacresize, um dich daran zu erinnern, dass das wahre Cardio darin besteht, den ästhetischen Kanon herauszufordern. Die Tänzer*innen schwitzen, bewegen sich und besetzen die Bühne, als hätte die Mode nie die Einheitsgröße erfunden. Am Ende stellt sich heraus, dass das Einzige, was abnehmen muss, die Kulturindustrie ist, die seit Jahren auf den Knochen liegt, weil sie immer wieder dieselben Körper wiederholt.