Der chinesische Filmemacher Bi Gan kehrt mit Resurrection zurück, einem Autorenspektakel, das jedes Etikett sprengt. Der Film verschmilzt Träume, Poesie, Monster und Halluzinationen zu einem intensiven Sinneserlebnis. In einem Kontext fortschrittlicher Technologie erinnert das Werk daran, dass der menschliche Körper weiterhin das Zentrum der Erzählung ist. Die Geschichte der siebten Kunst wird in einer Mischung aus Genres neu geschrieben, die den Zuschauer herausfordert und ihn auf eine majestätische und ungestüme Reise mitnimmt, in der jede Einstellung ein eigenes Universum ist.
Technologie im Dienste des kontrollierten Chaos 🎥
Bi Gan verwendet ausgedehnte Plansequenzen und visuelle Effekte, die Raum und Zeit verzerren, ohne jedoch in leeren Effekthascher zu verfallen. Die Erzählung zersplittert in traumartige Schichten, die eine aktive Aufmerksamkeit des Publikums erfordern. Die Kamera, weit davon entfernt, ein bloßer Beobachter zu sein, wird zu einer weiteren Figur, die den Zuschauer durch Labyrinthe aus Realität und Fiktion führt. Der Regisseur nutzt die Technologie, um die Körperlichkeit der Schauspieler zu verstärken, und erinnert daran, dass das Kino, so digital es auch sein mag, vom Körper als emotionalem Vehikel abhängt. Jeder Übergang ist ein kalkulierter Effekt.
Achtung, das Monster bist du (oder dein Kinosessel) 🐉
Resurrection zu sehen ist, als würde man versuchen, ein avantgardistisches Gedicht zu lesen, während man von einem dreiköpfigen Drachen verfolgt wird. Bi Gan zwingt dich, das Handy und, wenn du dich traust, sogar das Gehirn an der Tür zu lassen. Zwischen Halluzinationen und filmischen Anspielungen erinnert dich der Film daran, dass dein Körper da ist, auf dem Sessel schwitzt, während die Leinwand Farben und Metaphern ausspuckt. Am Ende verlässt du das Kino und fragst dich, ob das, was du gesehen hast, ein Meisterwerk oder ein von abgelaufenen Popcorn induzierter Traum war.