Der Direktor des Festivals von San Sebastián, José Luis Rebordinos, hat die neuen Regeln der Hollywood-Akademie als seltsam und ungewöhnlich bezeichnet. Diese erlauben es, dass die Gewinnerfilme von Wettbewerben wie Berlin, Cannes oder Venedig direkt in die Kategorie „Bester internationaler Film“ einziehen. Rebordinos bedauert, dass San Sebastián nicht auf dieser Liste steht, obwohl er die Hierarchie der ausgewählten Festivals anerkennt.
Der Algorithmus der Akademie: Technische Kriterien und Festivalhierarchie 🎬
Die Entscheidung der Akademie beruht auf einem Punktesystem, das auf dem Alter, dem Prestige und der Anzahl der akkreditierten Pressevertreter jedes Festivals basiert. Berlin, Cannes und Venedig haben über Jahrzehnte Einfluss und eine globale Medienwirkung aufgebaut, die San Sebastián in Bezug auf die internationale Berichterstattung übertrifft. Die Regel verlangt zudem, dass der Gewinnerfilm während des Geschäftsjahres in kommerziellen Kinos gezeigt wurde – ein technischer Filter, den nur wenige Festivals ausnahmslos garantieren können.
San Sebastián: Das Festival ohne VIP-Zugang zu den Oscars 🏆
Rebordinos, mit der Eleganz eines nicht zur Party Eingeladenen, hat die Regeln als seltsam bezeichnet. Als hätte die Akademie einen Algorithmus entworfen, der nur Festivals mit mehr roten Teppichen und weniger Regen zulässt. In der Zwischenzeit wird San Sebastián weiterhin goldene Muscheln verleihen, jedoch ohne den Schlüssel, der die Hintertür zu Hollywood öffnet. Aber immerhin: Der Regen bleibt weiterhin kostenlos.