Luis Amavisca und Dolores Brown präsentieren Prinzessinnen von heute, ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren, das mit klassischen Märchen bricht. Anhand von siebzehn Mikrogeschichten zeigt das Werk alleinstehende, verwitwete oder geschiedene Prinzessinnen, fernab vom Märchenprinzen. Amavisca kritisiert die Fortführung des traditionellen Happy Ends und plädiert für die Notwendigkeit, den Kleinen realistische Alternativen zu bieten.
Ein narrativer Flicken oder ein Motorwechsel im Kindermärchen? 🛠️
Dieser Ansatz erinnert an die Entwicklung von Software: Es reicht nicht, das Erscheinungsbild einer Figur zu ändern, wenn die Architektur der Geschichte dieselbe bleibt. Amavisca schlägt ein tiefgreifendes Refactoring des Prinzessinnen-Archetyps vor, indem die Abhängigkeit von einem Prinzen als externe Variable zur Vervollständigung der Figurenfunktion beseitigt wird. Es ist ein Update des narrativen Quellcodes, bei dem die Prinzessin von einem Objekt der Begierde zu einem Subjekt mit eigener Handlungsmacht wird. Die Moral wird zu einem funktionalen Endpunkt: Glück erfordert keinen externen Auslöser.
Spoiler: Der Prinz taucht nicht auf, aber das WLAN funktioniert einwandfrei 📶
Na gut, die Prinzessinnen von heute warten nicht mehr auf einen Froschkuss, sondern auf ein stabiles Datensignal. Das Buch legt nahe, dass es besser ist, in einen guten Router und ein Streaming-Abonnement zu investieren, als nach einem Typen mit Schwert und Pferd zu suchen. Denn seien wir ehrlich, ein Märchenprinz kann versagen, aber eine gute Internetverbindung lässt dich nie auf "Gelesen" sitzen. Das wahre Happy End ist ein Akku bei 100% und ein Handy ohne Benachrichtigungen von der königlichen Schwiegermutter.