Der Dramatiker Paco Bezerra bringt im renommierten Théâtre de la Bastille in Paris eine Uraufführung auf die Bühne, die sich auf die Figur der Teresa von Ávila konzentriert. Das Stück erkundet die zeitgenössische Relevanz der Heiligen und Schriftstellerin und verbindet ihr Vermächtnis mit aktuellen Debatten über Spiritualität, Geschlecht und Macht. Eine Inszenierung, die kulturelle und szenische Grenzen überschreiten will.
Das Bühnenbild als Werkzeug des historischen Eintauchens 🎭
Die Inszenierung nutzt digitale Projektionen und ein dynamisches Beleuchtungssystem, um die klösterlichen Räume des 16. Jahrhunderts nachzubilden. Das technische Team hat eine Drehbühne entwickelt, die fließende Übergänge zwischen den Zellen und den Kreuzgängen ermöglicht. Bezerra integriert binauralen Sound, damit der Zuschauer das Flüstern und die Gebete wahrnimmt, als wäre er im Kloster. Das modulare und leichte Bühnenbild erleichtert den Aufbau in verschiedenen europäischen Theatern nach der Pariser Premiere.
Die heilige Teresa, die Influencerin ohne WLAN 📜
Es ist kurios, dass eine Nonne aus dem 16. Jahrhundert, ohne Zugang zu sozialen Netzwerken oder Algorithmen, mehr Wirkung erzielte als viele heutige Content-Ersteller. Bezerra erinnert uns daran, dass Teresa von Ávila mit ihren Schriften bereits mystisches Storytelling betrieb, nur dass sie statt Likes Drohungen der Inquisition erhielt. Gut, dass sie nun in Paris ein verständnisvolleres Publikum genießen kann, ohne Gefahr, auf dem Scheiterhaufen zu landen.