Ornella Muti kehrt zu den Filmfestspielen von Cannes zurück mit Roma Elastica von Bertrand Mandico in der Sektion Mitternachtsvorführungen. Die Schauspielerin, die bereits mit Titeln wie La stanza del vescovo und Cronaca di una morte annunciata über den roten Teppich schritt, hebt die Einzigartigkeit und den Mut des Films hervor, den sie mit dem Kino Ferreris vergleicht. Der Film spielt im Jahr 1982 und folgt Eddie Mars, einer alternden amerikanischen Schauspielerin, gespielt von Marion Cotillard, die nach Rom reist, um einen seltsamen Science-Fiction-Film zu drehen.
Analoge Dreharbeiten und praktische Effekte der 80er Jahre 🎞️
Mandico setzt auf einen handwerklichen technischen Ansatz, fernab von digitaler Übersättigung. Um das Genrekino der 80er nachzubilden, verwendete das Team Modelle, Transparente und optische Filter, die an gealtertes Zelluloid erinnern. Die Kameraführung erfolgte mit gebrauchten anamorphen Objektiven und einer Neonfarbpalette, die an italienische B-Produktionen erinnert. Der Ton, in Mono abgemischt, verstärkt diese Vintage-Textur, die die Erzählung umhüllt. Eine regelrechte Stilübung, die dem Technicolor und den praktischen Effekten der damaligen Zeit huldigt.
Eine Reise nach Rom mit Make-up und existenzieller Krise 🎭
Das Beste an Roma Elastica ist, dass es dich neben Science-Fiction auch auf eine Reise in ein Rom von 1982 mitnimmt, wo selbst der Trevi-Brunnen wie eine Z-Serie-Kulisse wirkt. Muti und Cotillard stehen vor einem so seltsamen Dreh, dass Fellini weinen würde. Und wenn deine Maskenbildnerin obendrein deine einzige Verbündete ist, dann ist Feierabend. Für alle, die das Kino vermissen, das sich selbst nicht so ernst nahm, ist dies die richtige Adresse.