Das Auftreten einer Ebola-Variante in Zentralafrika hat die derzeitigen Impfstoffe, die nur gegen den Zaire-Stamm entwickelt wurden, überholt. Dieser neue Erreger entgeht mit Mutationen im Oberflächenglykoprotein der durch die zugelassenen Medikamente induzierten Immunantwort. Die wissenschaftliche Gemeinschaft befindet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, um Werkzeuge zu entwickeln, die ein breiteres Spektrum an Stämmen abdecken, während die lokalen Gesundheitssysteme versuchen, einen Ausbruch einzudämmen, der bereits eine hohe Letalität aufweist.
Genomsequenzierung enthüllt Angriffspunkte für neue Virostatika 🧬
Phylogenetische Analysen von Patientenproben deuten darauf hin, dass die neue Variante fünf Substitutionen im VP35-Protein aufweist, das für die Unterdrückung der antiviralen Antwort des Wirts entscheidend ist. Teams des Instituts für Virologie in Marburg haben konservierte Regionen in der RNA-Polymerase als mögliche Ziele für Breitbandmedikamente identifiziert. Verbindungen wie Remdesivir und Favipiravir werden in Zellkulturen getestet, obwohl vorläufige Ergebnisse eine um 30 % reduzierte Wirksamkeit gegen den mutierten Stamm zeigen.
Überlebenshandbuch: Was wir aus dem letzten Ausbruch gelernt haben (und vergessen haben) 😅
Nach dem Schrecken von 2014 haben wir versprochen, in Überwachung und Frühwarnsysteme zu investieren. Aber wie immer ist die Erinnerung kurz und die Budgets sind noch kürzer. Jetzt stehen wir fest, dass die Lösung nicht nur ein Impfstoff ist, sondern ein Dutzend davon, und ein Team von Epidemiologen mit GPS, um Mutationen zu verfolgen. Währenddessen lacht das Virus über unsere monoklonalen Antikörper und mutiert munter weiter. Wenigstens wissen wir diesmal, dass Toilettenpapier nichts nützt.