Mit einer Karriere, die sich über Jahrzehnte erstreckt, beweist Mitsuru Hongo, dass Vielseitigkeit und erzählerische Stärke kein Widerspruch sind. Von den kindlichen Streichen von Crayon Shin-chan bis zum akribischen Weltenbau in Ascendance of a Bookworm verstand es dieser Regisseur, seinen Stil jedem Genre anzupassen. Seine Fähigkeit, Klarheit und Kohärenz zu priorisieren, macht ihn zu einem zuverlässigen Handwerker, der das Register wechseln kann, ohne die Kontrolle über die Geschichte zu verlieren.
Der technische Motor hinter einer nahtlosen Erzählweise 🎬
Hongo strebt nicht danach, die Animation zu revolutionieren, sondern seine Werkzeuge mit chirurgischer Präzision einzusetzen. In Ascendance of a Bookworm heben das gemächliche Tempo und die Liebe zum Detail bei den Buchherstellungsprozessen das Erlebnis. Seine Regie vermeidet eine Überfülle an Einstellungen und setzt auf eine funktionale Inszenierung, die den Zuschauer führt. Im Kontrast dazu beschleunigt er bei Shin-chan das Tempo und nutzt die komische Wiederholung als Stilmittel. Diese Fähigkeit, die Bildsprache je nach Ausgangsmaterial zu modulieren, ist seine größte technische Stärke.
Von Kacka mit Shin-chan zum Bau mittelalterlicher Bibliotheken 📚
Man könnte meinen, der Wechsel von der Regie über einen fünfjährigen Jungen, der von seinem Hintern besessen ist, zu einem Epos über ein Mädchen, das nur Bücher lesen will, sei ein Salto mortale. Doch Hongo tut dies mit der Selbstverständlichkeit eines Senderwechslers. Derselbe Regisseur, der die Endgültige Kanone von Shin-chan choreografierte, lässt einen auch für die Herstellung eines primitiven Heftes mitfiebern. Wenn das keine Vielseitigkeit ist, dann weiß ich auch nicht.