Die Romanfassung von Marvels, dem bahnbrechenden Werk von Alex Ross und Kurt Busiek, überträgt seine epische Bildsprache in die geschriebene Sprache. Das von Steve Darnall adaptierte und bei Abrams ComicArts veröffentlichte Buch bewahrt die Essenz der Originalserie und fügt neue Perspektiven sowie Details hinzu, die in den Panels nicht vorkommen. Ross hat seine Zufriedenheit mit dem Ergebnis zum Ausdruck gebracht und erinnerte daran, dass die Idee, einen Comic in Prosa zu adaptieren, Anfang der 90er Jahre entstand, als er an der literarischen Version von Der Tod von Superman für DC Comics arbeitete.
Wie die visuelle Sprache in die schriftliche Erzählung übersetzt wird 📖
Die Übersetzung eines Comics in Prosa ist ein komplexer technischer Prozess. Es geht nicht darum, Panels zu beschreiben, sondern die visuelle Sequenz durch einen narrativen Rhythmus wiederherzustellen, der Spannung und Staunen bewahrt. Darnall hat mit dem Originalmaterial gearbeitet, um die Psychologie der Figuren zu erweitern und die Räume zu füllen, die Ross' Kunst andeutete. Das Ergebnis ist ein Werk, das die Struktur des Comics respektiert, aber als eigenständiger Text funktioniert, mit Kapiteln, die die Geschichte von Marvel aus einer intimeren Perspektive erkunden.
Alex Ross, glücklich, dass sein Werk gelesen (und nicht nur betrachtet) werden kann 🎨
Ross zeigt sich begeistert von der Adaption, auch wenn man vermuten darf, dass seine größte Erleichterung darin besteht, dass jemand anderes die Beschreibungen seiner hyperrealistischen Panels schreiben musste. Denn, seien wir ehrlich, stundenlang jede Falte eines Umhangs oder jeden Lichtreflex in einem Auge zu beschreiben, wäre eine wahre Sisyphusarbeit gewesen. Jetzt können die Leser entdecken, dass Ross, neben einem Pinselgenie zu sein, auch Geschichten erzählen kann, ohne dass Spider-Man 20 Seiten lang zwischen Gebäuden hin- und herschwingen muss.