Leila Slimani im Prado: die Vernunft als moderne Illusion

05. May 2026 Veröffentlicht | Aus dem Spanischen übersetzt

Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leila Slimani beobachtet während ihres Aufenthalts in Madrid, der mit dem Museo del Prado verbunden ist, Goyas Erschießungen und Velázquez' Hoffräulein, um die zeitgenössische Besessenheit vom Rechthaben anzuprangern. In ihrer Analyse führt die heutige Gesellschaft einen ständigen Kampf um die Durchsetzung von Standpunkten, der Polarisierung und Gewalt erzeugt, die an die von den Meistern des Museums dargestellten Kriegskatastrophen erinnern.

Leila Slimani betrachtet Goyas 'Die Erschießungen' im Prado, was die moderne Besessenheit von der Vernunft widerspiegelt.

Algorithmen, die digitale Schützengräben malen 🎨

Die Entwicklung von Plattformen und Empfehlungssystemen hat die Bestätigung von Vorurteilen optimiert, anstatt den Dialog zu fördern. Algorithmen priorisieren Inhalte, die viszerale Reaktionen hervorrufen, und fangen die Nutzer in Blasen ein, in denen die Vernunft des anderen ein Feind ist. So repliziert die Technologie die Dynamik von Goyas Gemälden: Jeder Bildschirm ist eine Leinwand, auf der eine Schlacht um die absolute Wahrheit ausgetragen wird, ohne Raum für Zweifel oder Komplexität.

Die ultimative App, um immer recht zu haben 📱

Slimani deutet an, dass der nächste große Erfolg in der Entwicklung eine Anwendung sein wird, die, sobald sie ein Gegenargument erkennt, einen Goya-Filter über den Gesprächspartner legt, damit er wie eine Figur aus seinen schwarzen Gemälden aussieht. Der Nutzer kann sich mühelos überlegen fühlen, bestätigt durch einen Algorithmus, der ihm zuflüstert: Du hast recht, der andere ist verrückt. Eine technologische Lösung, um nicht zuhören zu müssen.