Raha Shirazi bringt am 28. Mai einen Dokumentarfilm heraus, der die Vorstellung eines spontanen Frauenaufstands im Iran widerlegt. Ihre Kamera verfolgt vier Jahrzehnte alltäglicher Ungehorsamkeit, vom auferlegten Schleier bis zu den kleinen täglichen Übertretungen. Der Film zeigt, dass der Aufstand kein plötzlicher Blitz war, sondern der Höhepunkt eines langen Widerstands gegen die Theokratie.
Vierzig Jahre Quellcode des Ungehorsams 🖥️
Shirazi dokumentiert, wie Iranerinnen ein fast technisches Betriebssystem des Widerstands entwickelt haben. Jede Generation erbte und aktualisierte Methoden der Umgehung: von der Manipulation von Überwachungsnetzwerken bis zur Schaffung verschlüsselter Kommunikationsprotokolle zwischen Frauen. Der Dokumentarfilm enthüllt, dass der Aufstand von 2022 das Ergebnis eines langen Kompilierungsprozesses individueller Handlungen war, bei dem jede Sicherheitslücke des Regimes zu einer von der Frauengemeinschaft ausgenutzten Schwachstelle wurde.
Das Regime und sein abgelaufenes Sicherheitspatch 🔐
Den Dokumentarfilm zu sehen ist, als würde man ein veraltetes Betriebssystem beobachten, das versucht, sich mit Sicherheitspatches aus den 80er Jahren zu aktualisieren. Das iranische Regime mit seiner Pfefferspray-Firewall und seinem Moral-Antivirus konnte nicht erkennen, dass die Frauen bereits einen Kernel der Freiheit in ihren Häusern installiert hatten. Der Film zeigt, dass, während die Revolutionswächter Instagram-Konten blockierten, die Großmütter das System bereits von der Küche aus gehackt hatten.