Die Königlich Spanische Akademie hat eine historische Vollversammlung in León abgehalten und damit ihre dreihundertjährige Tradition gebrochen, indem sie sich außerhalb Madrids traf. Die Veranstaltung diente dazu, die Kandidatur des nicaraguanischen Schriftstellers Sergio Ramírez für den Sessel L zu unterstützen, wobei sein Gewicht in der hispanoamerikanischen Literatur und die Notwendigkeit der Erneuerung des akademischen Kanons hervorgehoben wurden.
Das Hintergrundgeschehen der Kandidatur: Prozesse und technische Kriterien 📜
Die Wahl von Akademikern folgt einem strengen Protokoll: Die Kandidaten müssen von drei Mitgliedern der Institution vorgeschlagen werden und eine geheime Abstimmung mit absoluter Mehrheit bestehen. Im Fall von Ramírez stützt sich seine Kandidatur auf ein Werk, das Romane, Essays und Journalismus umfasst, mit Übersetzungen in mehr als fünfzehn Sprachen. Der Sessel L, der seit dem Tod des Philologen Emilio Lledó vakant ist, erfordert zudem ein Profil, das literarische Kreativität mit kritischem Denken verbindet – etwas, das Ramírez erfüllt, da er kulturelle Bewegungen in Mittelamerika angeführt hat.
Die RAE entdeckt, dass León auch einen Stecker für das WLAN hat 😅
Während die Akademiker über den Sessel L debattierten, fragten sich die Bewohner Leóns, ob die RAE gekommen sei, um den Stadtbus zu reparieren oder einen Kaffee mit Knoblauchsuppe zu bestellen. Die Nachricht, dass die Institution die Stadt wegen ihres Erbes und nicht wegen ihrer 5G-Abdeckung ausgewählt hat, war eine Erleichterung: Zumindest werden die Reden nicht wegen fehlenden Signals abbrechen. Allerdings: Wenn Ramírez gewinnt, sollte er nicht auf die Idee kommen, einen Videoanruf zu verlangen, um das Amt anzunehmen.