Der Analyst Marc-Antoine Eyl-Mazzega warnt davor, wie Mineralien, Währungen und Halbleiter zu Machtwaffen geworden sind. Im aktuellen geowirtschaftlichen Wettbewerb begünstigt die Kontrolle über diese Ressourcen Mächte wie die USA und China, während Europa an Boden verliert. Diese Dynamik definiert die globale Verteidigung neu und verändert die traditionellen Machtverhältnisse.
Halbleiter und Lithium: Die neuen Achsen der technologischen Vorherrschaft ⚙️
Die Herstellung fortschrittlicher Chips und der Abbau seltener Erden sind nun strategische Achsen. Die Kontrolle der Lieferkette, vom bolivianischen Lithium bis zu den Fabriken in Taiwan, bestimmt, wer Waffen oder digitale Infrastrukturen produzieren kann. Europa, ohne eigene Reserven oder führende Fabriken, ist auf Importe angewiesen. Diese Abhängigkeit schränkt seine industrielle und militärische Autonomie ein, während Washington und Peking den Zugang je nach ihren Interessen aushandeln oder blockieren.
Europa, der Schüler, der zu spät zum Unterricht über Ressourcen kam 📉
Brüssel wirkt mit seinen Reden über strategische Autonomie wie der Schüler, der seine Hausaufgaben vergessen hat. Während China Minen in Afrika an sich reißt und die USA ihre Chips subventioniert, debattiert Europa darüber, ob es alte Handys recyceln oder um Erlaubnis für die Einfuhr von Lithium bitten soll. Am Ende wird die EU Technologie von ihren Rivalen kaufen, allerdings mit einer Ökosteuer. Die Geowirtschaft kennt kein Pardon: Wer keine Mineralien hat, zahlt am Ende mit abgewerteter Währung.