Ein Team der Universität Padua hat analysiert, wie Depressionen die Beziehung zwischen Emotionen und Zeit verändern. Sie überwachten die Gehirnaktivität von 120 Studenten, von denen die Hälfte depressive Symptome aufwies, während sie traurige oder neutrale Videos ansahen. Die Ergebnisse zeigen, dass gesunde Menschen die Dauer negativer Reize unterschätzen, während depressive Patienten diese zeitliche Anpassung nicht zeigen, was auf eine entscheidende neuronale Entkopplung hindeutet.
Funktionelle Resonanz zeigt Fehler in der zeitlichen Verarbeitung 🧠
Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie beobachteten die Forscher, dass bei gesunden Probanden traurige Reize Regionen wie die Insula und den präfrontalen Kortex aktivieren und so die Zeitwahrnehmung modulieren. Bei Teilnehmern mit Depressionen hingegen ist die Aktivität in diesen Bereichen reduziert, was die übliche zeitliche Verzerrung verhindert. Dieser Befund deutet auf ein Defizit bei der Integration emotionaler und zeitlicher Signale hin – ein Prozess, der Ziel zukünftiger Therapien zur Wiederherstellung der Verbindung sein könnte.
Die Zeit heilt keine Wunden, zumindest nicht für Menschen mit Depressionen ⏳
Wir wussten bereits, dass die Zeit relativ ist, aber es stellt sich heraus, dass sie für Depressionen ein direkt verlorenes Konzept ist. Während es Gesunden gelingt, dass ein trauriges Video kürzer erscheint (wie wenn man auf den Bus wartet und die Zeit verfliegt), bleiben Patienten in einer Schleife gefangen, in der sich nicht einmal die unangenehme Zeit verkürzt. Die Forscher schlagen vor, diese Verbindung zu rehabilitieren, vielleicht mit Therapien, die lehren zu sagen: Das wird nicht so lange dauern, auch wenn das Gehirn auf das Gegenteil besteht.