Kotaro Tamura hat etwas geschafft, was nur wenigen gelingt: den Wechsel von Serien wie Noragami zu Filmen mit der Leichtigkeit eines Celluloid-Veteranen. Sein Geheimnis liegt nicht in der hektischen Animation, sondern in einer Komposition, die dem Realfilm entlehnt zu sein scheint. Bildausschnitte, die atmen, und ein naturalistisches Licht, das jede Szene in einen intimen Moment verwandelt, wie er es in Josee, der Tiger und die Fische bewies. Ein Regisseur, der versteht, dass Drama auch in der Tiefenschärfe gekocht wird.
Der Trick liegt im Licht und der Kamera: Wie Tamura sein animiertes Kino aufbaut 🎬
Tamura wendet Drehtechniken an, die dem Live-Action-Bereich entlehnt sind. Er priorisiert die Tiefenschärfe, indem er Hintergründe unscharf stellt, um die Aufmerksamkeit auf die Charaktere zu lenken, und verwendet eine weiche Beleuchtung, die die harten Kontraste des kommerziellen Animes vermeidet. In Josee, der Tiger und die Fische fällt das Licht durch seitliche Fenster wie in einem japanischen Drama der 90er Jahre, während die Kamerabewegungen langsame Travellings imitieren. Es gibt keine überflüssigen Einstellungen: Jeder Bildausschnitt dient einer bestimmten Emotion. Es ist im Grunde Kino mit digitalen Puppen.
Naturalistisches Licht, aber ohne die Stromrechnung zu bezahlen 💡
Das Lustige ist, dass Tamura diesen filmischen Look erreicht, ohne eine 12-wöchige Drehzeit oder einen Kameramann bezahlen zu müssen. Er bewegt einfach die virtuelle Kamera, als wäre sie echt, und justiert die Beleuchtung mit der Geduld eines Mönchs. Während sich andere Anime-Regisseure in Farbexplosionen verlieren, zieht er es vor, dass ein Sonnenstrahl durch eine Jalousie fällt, um eine Geschichte zu erzählen. Er ist der Typ Regisseur, der eine Tischlampe zum Weinen bringen würde.