Ko. Die größte Geschichte aller Zeiten, von Care Santos und Adrián Olmedo, mit Illustrationen von Óscar Llorens, hat den XXIII. Anaya-Preis für Kinder- und Jugendliteratur 2026 gewonnen. Der mit 12.000 Euro dotierte Roman, der am 7. Mai veröffentlicht wurde, folgt einem Stein, der vor 471 Millionen Jahren aus einem Vulkan geboren wurde. Sein ironischer und neugieriger Blick durchstreift die Entwicklung der Welt.
Der Stein der Weisen des erzählerischen Fortschritts 🪨
Die Struktur von Ko ruht auf einem mineralischen Erzähler, der geologische, historische und kulturelle Daten mit der Präzision einer Datenbank ansammelt. Die Autoren integrieren kurze Kapitel, die Vulkanausbrüche mit menschlichen Revolutionen abwechseln, als würden sie Zeitsprünge in einer Befehlszeile programmieren. Das Ergebnis ist eine Erzählung, die wie ein Komprimierungsalgorithmus funktioniert: 471 Millionen Jahre auf 200 Seiten. Llorens' Illustration liefert fast tektonische Diagramme, die das Gefühl verstärken, ein fossiles Archiv zu lesen.
Wenn dein Zeuge ein Stein mit einer bösen Zunge ist 😈
Ko beobachtet seit 471 Millionen Jahren, wie die Menschheit sich für den Mittelpunkt des Universums hält, dabei war sie schon hier, bevor es die Kontinente gab. Der Stein hält sich nicht zurück: Er kritisiert Kriege, bejubelt Massenaussterben und lacht über unsere vorübergehenden Moden. Am Ende fragt man sich, ob es nicht vernünftiger wäre, die Steine die Geschichte schreiben zu lassen, denn sie machen zumindest keine Spoiler für die nächsten 471 Millionen Jahre.