Zwei nepalesische Bergsteiger aus der Sherpa-Volksgruppe haben am Sonntag erneut Geschichte am Everest geschrieben. Kami Rita Sherpa, 56 Jahre alt, erreichte den 8.849 Meter hohen Gipfel zum 32. Mal, während Lhakpa Sherpa, 52 Jahre alt, ihren 11. Aufstieg schaffte. Beide begannen als Träger und sind heute professionelle Führer. Kami Rita erreichte den Gipfel um 10:12 Uhr an der Spitze eines internationalen Teams, und Lhakpa, bekannt als die Königin des Berges, schaffte es um 9:30 Uhr. Sie war im Jahr 2000 die erste nepalesische Frau, die den Berg erfolgreich bestieg und wieder hinabstieg.
Träger, Führer und Technologie: Das System, das die Rekorde stützt 🏔️
Hinter diesen Rekorden steckt ein technisches und menschliches Ökosystem. Die Sherpas, wie Kami Rita und Lhakpa, verwenden zusätzliche Sauerstoffausrüstung, Fixseile und Funkkommunikationssysteme, um die Aufstiege zu koordinieren. Die Logistik umfasst Basislager mit Druckzelten und satellitengestützte Wettervorhersagen. Jede Expedition erfordert Hunderte von Kilogramm Material, das in mehreren Reisen transportiert wird. Ohne diese Infrastruktur wäre es unmöglich, die Route zum Gipfel zu wiederholen. Die Erfahrung der Führer, die in jahrzehntelanger Arbeit als Träger geschmiedet wurde, ist der Faktor, der die Optimierung von Zeit und Sicherheit ermöglicht.
Der Everest: Wo 32 Aufstiege kein Rekord, sondern Gewohnheit sind 🧗
Kami Rita hat bereits den Überblick verloren, wie viele Paar Stiefel er am Everest verschlissen hat. Während die meisten von uns sich über das Erklimmen von vier Treppenabsätzen beschweren, steigt er seit drei Jahrzehnten den höchsten Berg der Welt hinauf, als ginge er zum Supermarkt. Lhakpa wiederum beweist, dass Königtum keine Krone braucht, sondern nur elf Gipfel und ein Paar Steigeisen. Das Merkwürdige ist, dass trotz so vieler Rekorde noch niemand einen Imbissstand auf dem Gipfel eröffnet hat. Es gibt noch Hoffnung für den Höhentourismus.