Marokko erlebt eine stille Krise mit drei Millionen jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren, die weder studieren noch arbeiten, so der Hohe Planungskommissar. Diese Zahl, die einer Inaktivitätsrate von 29,5 % entspricht, trifft Frauen besonders hart, die 70 % dieser Gruppe ausmachen. Kulturelle Barrieren und fehlende Chancen verschärfen die soziale und wirtschaftliche Lage des Landes.
Kann die Technologie den Kreislauf der Jugendarbeitslosigkeit durchbrechen? 💻
Die digitale Transformation bietet Werkzeuge, um diese Realität zu mildern. Ausbildungsprogramme in digitalen Berufen wie Webentwicklung oder Online-Marketing erfordern Anfangsinvestitionen in Infrastruktur und Internetzugang, der in ländlichen Gebieten weiterhin begrenzt ist. Coworking-Initiativen und Technologie-Hubs könnten einen Teil dieser Bevölkerung aufnehmen, aber ihre derzeitige Reichweite ist im Vergleich zum Ausmaß des Problems gering. Ohne öffentliche Maßnahmen, die Ausbildung mit der tatsächlichen Arbeitsnachfrage verbinden, bleibt die Kluft bestehen.
Plan B: Ein Café eröffnen oder auf das digitale Wunder warten ☕
Angesichts des Mangels an formeller Beschäftigung erwägen viele junge Marokkaner klassische Optionen: ein Café mit Terrasse eröffnen oder darauf vertrauen, dass ein Cousin in Europa ihnen ein Flugticket schickt. Währenddessen steigt die Inaktivitätsrate und die Statistiken werden zum neuen nationalen Zeitvertreib. Allerdings bleibt der Trost, dass der Bericht des Hohen Kommissars diejenigen nicht einschließt, die an Ampeln Taschentücher verkaufen – die sind zumindest beschäftigt.